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Einsamkeit in Deutschland: Aktuelle Entwicklung und soziodemographische Zusammenhänge

Theresa Eyerund and Anja Katrin Orth

No 22/2019, IW-Reports from Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute

Abstract: In Deutschland fühlt sich etwa jede zehnte Person oft oder sehr oft einsam. Der Großteil von 60 Prozent hat dieses Gefühl nur selten oder nie. Das zeigen Auswertungen aktueller Daten des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP) aus dem Jahr 2017. Entgegen der häufigen Annahme, dass die Einsamkeit in Deutschland zunimmt, zeigt der Ver-gleich von Daten aus den Jahren 2013 und 2017 einen leichten allgemeinen ückgang. Während sich im Jahr 2013 noch 10,5 Prozent aller Personen einsam gefühlt haben, sind es im Jahr 2017 noch 9,5 Prozent. Ein direkter personenbezogener Vergleich zeigt, dass in diesem Zeitraum etwa ein Viertel der Befragten einsamer geworden ist, fast ein Drittel ist im Jahr 2017 weniger einsam als vier Jahre zuvor. Einsamkeit tritt zwar häufiger bei älteren Personen auf, jedoch weist auch die mittlere Altersklasse der 30- bis 39-jährigen relativ hohe Werte auf. Am stärksten hat die Einsamkeit in diesem Zeitraum in den jüngeren Altersgruppen zugenommen. Die Daten weisen nicht auf eine deutliche Steigerung der Einsamkeit hin. Die gestiegene Auf-merksamkeit für das Thema und die Forderung nach Maßnahmen zur Verringerung und Präven-tion der Einsamkeit sind angesichts der starken negativen individuellen sowie gesamtwirtschaft-lichen Konsequenzen von Einsamkeit jedoch wichtig. Einige Zusammenhänge mit dem sozialen Umfeld sowie mit soziodemografischen Kriterien bieten Ansatzpunkte für die Ableitung von Maßnahmen. Dieser Report zeigt einige dieser Zusammenhänge auf: Eine häufigere Teilnahme an Freizeitaktivitäten ist mit geringerer Einsamkeit verbunden. Ein guter Gesundheitszustand sowie Erwerbstätigkeit sind tendenziell seltener mit Einsamkeit verbunden. Personen mit einem direkten Migrationshintergrund sind hingegen häufiger von dem Problem betroffen. Maßnahmen, die die identifizierten Faktoren Gesundheit, Erwerbstätigkeit sowie Verfügbarkeit und Erreichbarkeit von Freizeitaktivitäten betreffen, können daher indirekt positiv auf die Ein-samkeit wirken. Da Einsamkeit aber ein Problem mit vielschichten Ursachen und Zusammen-hängen ist, bedarf es für Deutschland weiterer Forschung. Dieser Report gibt daher einen Über-blick über den Stand und die Entwicklung und weist auf zukünftige Forschungsfelder hin.

JEL-codes: I10 I31 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2019
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