Entwicklung eines Verfahrens zur Bestimmung der Durchtrittbeständigkeit von Pferdebox-Ausfachungsbohlen sowie Entwicklung von Alternativen zu derzeit verwendeten Ausfachungsmaterialien für den Bau von Pferdeboxen
Jan Benthien,
Susanne Gäckler and
Martin Ohlmeyer
No 74, Thünen Reports from Johann Heinrich von Thünen Institute, Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries
Abstract:
Pferde werden in Deutschland überwiegend in Einzelboxen gehalten. Die Umstände der Haltung haben den Anforderungen des Tierschutzgesetzes (TierSchG) zu entsprechen. Wie diese Anforderungen zu verstehen sind, ist in den 'Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten' präzisiert. Hiernach müssen Boxenabtrennungen u. a. so ausgeführt werden, dass keinesfalls ein Einklemmen der Hufe möglich ist; Trennwände müssen durchtrittfest sein. Diese Forderungen sind grundsätzlich opportun und in der Sache als richtig zu bewerten, jedoch zu unkonkret, als dass sie in der Praxis direkt umgesetzt werden könnten. Grund für das Fehlen konkreter Gestaltungsempfehlungen sind fehlende Informationen über die Energie, die beim Auskeilen von Pferden wirkt, sowie fehlende Methoden, mit denen die Durchtrittbeständigkeit und Einklemmsicherheit von Stallbohlen berechnet und praktisch überprüft werden kann. In der Praxis reagieren die Stallbauer auf diese Unsicherheiten, indem sie Bambusbohlen mit hohen Phenolharzanteilen oder traditionell bewährte Tropenhölzer aus Übersee verwenden. Dies ist jedoch keine nachhaltige Lösung, da die öffentliche Meinung zur Verwendung von Tropenholz kontrovers ist und der kurzfristige Bezug von Bambusbohlen in verlässlicher Qualität eine Herausforderung darstellt. Eine Erprobung aussichtsreicher, regionalverfügbarer Alternativmaterialien in situ verbietet sich aufgrund des Verletzungsrisikos der Tiere. Ziel des Vorhabens war es daher, die beim Auskeilen von Pferden wirksam werdenden Energie zu bestimmen, eine Methode zur Berechnung von Durchtrittbeständigkeit und Einklemmsicherheit von Stallbohlen zu entwickeln und heimische Hölzer sowie verschiedene Werkstoffe auf ihre Tauglichkeit für den Stallbau zu untersuchen. In einem ersten Schritt wurde die beim Auskeilen von Pferden wirksam werde Energie bestimmt. So wurde die Grundlage für die Entwicklung einer Methode zur Berechnung der Durchtrittbeständigkeit und Einklemmsicherheit geschaffen. Für die Validierung der Berechnungsergebnisse wurde ein Pendelschlagwerk gestaltet und entsprechend dimensionierte Stallbohlen getestet. Neben Stallbohlen aus etablierten Materialien wurden auch solche aus heimischen Hölzern sowie aussichtsreich erscheinenden Holzwerkstoffen (Furnierschichtholz und Scrimber) untersucht. Im Rahmen der Trittversuche im Gestüt Samarra in Rotenburg an der Fulda wurde ein statistisch abgesicherter Wert von 70,4 Joule als typische Trittenergie bestimmt. Unter Berücksichtigung eines Sicherheitszuschlages (Faktor 1,5) ist für die Bemessung somit ein Wert von 106 Joule zu veranschlagen. Mit Hilfe der entwickelten Berechnungsmethode wurde festgestellt, dass ein Pferd in einer herkömmlich gestalteten Box aus Eiche, Bongossi oder Bambus sicher untergebracht ist. Aber auch die heimische Buche erfüllt die erforderlichen Festigkeitseigenschaften. Auf Basis der erzielten Projektergebnisse lassen sich die Abmessungen von Stallbohlen so festlegen, dass sie für den Bau sicherer Pferdeboxen geeignet sind. Weiterhin ist es nun möglich, neuartige Holzwerkstoffbohlen für den Stallbau zu entwickeln und die Abmessungen von Stallbohlen ressourcenschonend zu optimieren.
Keywords: Pferdebox; Trittenergie; Durchtrittbeständig; Einklemmsicher; internal horse stables; kick energy; kick-resistance; entrapment-sayfety (search for similar items in EconPapers)
Date: 2019
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DOI: 10.3220/REP1575877850000
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