Eine Thünen-Evaluierung von fisch- und fischereibezogenen Indikatoren der EU Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL)
Wolfgang Nikolaus Probst,
Andrea Rau,
Rabea Diekmann,
Christian von Dorrien,
Henrike Seidel,
Heino Ove Fock,
Gerd Kraus and
Vanessa Stelzenmüller
No 25, Thünen Working Papers from Johann Heinrich von Thünen Institute, Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries
Abstract:
Dieser Bericht stellt ein Bewertungsverfahren für die nationalen Indikatoren der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) vor, welche fischökologische Aspekte der Meeresumwelt oder die Auswirkungen von Fischerei erfassen sollen. Die Bewertung der MSRL-Indikatoren wurde vorgenommen, um den derzeit noch stattfindenden Auswahlprozess und die Operationalisierung der Indikatoren durch eine fachliche Einschätzung zu unterstützen. Es wurden insgesamt 23 MSRL-Indikatoren nach einem international erprobten Bewertungssystem gegen 15 Kriterien bewertet. Diese Kriterien berücksichtigten die Datenqualität, die Management-Praktikabilität und die konzeptionellen Qualitäten jedes Indikators. Die 15 Kriterien erlaubten somit eine genauere Betrachtung möglicher Defizite und die gezielte Erarbeitung von Empfehlungen zur Verbesserung der vorgestellten Indikatoren. Die exemplarische Bewertung durch die sieben Thünen-Expertinnen und -Experten zeigte, dass Indikatoren aus dem Fischereimanagement und den fischereiwissenschaftlichen Forschungsreisen grundsätzlich sehr gut bewertet wurden. Dies liegt daran, dass viele Indikatoren aus dem Fischereimanagement schon seit Jahrzehnten etabliert sind, als wissenschaftlich abgesichert gelten, sowie einen hohen Grad internationaler Abstimmung und eine relativ gute Datengrundlage aufweisen. Die Bewertungen von Indikatoren zu dem Zustand von Nahrungsnetzen oder benthischen Lebensräumen, sowie der Beifangintensitäten von Seevögeln und Meeressäugetieren wurden als schlechter eingeschätzt. Dies lag zum einen an der bisher mangelhaften Festlegung von Zielvorgaben (benthische Lebensräume), unzureichenden bzw. unpräzisen technischen Beschreibungen der Indikatoren und ihrer Messgrößen (Nahrungsnetze), sowie fehlender internationaler Abstimmung (Nahrungsnetze & benthische Lebensräume). Für Beifänge von Seevögeln und Meeressäugetieren fiel die Bewertung aufgrund der geringen Datenverfügbarkeit negativ aus. Um die Indikatoren mit schlechter Bewertung zu operationalisieren, sollte die technische Entwicklung auf internationaler Ebene vorangetrieben (Nahrungsnetze) und die Datengrundlagedurch intensiviertes Monitoring verbessert werden (benthische Lebensräume, Beifangindikatoren). Ein wesentlicher Teil der ausstehenden Arbeiten betrifft Bewertungsmethoden, sowie Bestimmung und Festlegung von Grenz- bzw. Zielwerten. Zwar liegen für viele Indikatoren Bewertungrschläge aus der wissenschaftlichen Literatur vor, es bedarf aber einer finalen politischen Abstimmung.
Date: 2014
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DOI: 10.3220/WP_25_2014
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