Pappeln und Weiden in Deutschland: Bericht der nationalen Pappelkommission 2012-2015
Georg von Wühlisch
No 62, Thünen Working Papers from Johann Heinrich von Thünen Institute, Federal Research Institute for Rural Areas, Forestry and Fisheries
Abstract:
In der jüngsten Bundeswaldinventur (Thünen-Institut für Waldökosysteme, Bundeswaldinventur) werden die Flächenanteile ohne Kurzumtriebsplantagen (KUP) im Jahr 2012 wie folgt angegeben: Aspe 81000 ha, Schwarz-Pappel + Hybriden 38500 ha, Graupappel 5500 ha, Silberpappel 2600 ha, Balsampappel 19200 ha, insgesamt 147000 ha. Der aktuelle Anbau von Pappeln und Weiden beschränkt sich weitgehend auf KUP, deren Anbaufläche sich im Berichtszeitraum kaum ausgedehnt hat. Dafür verantwortliche Faktoren sind attraktive Alternativkulturen, insbesondere Maisanbau für Biogas, verbunden mit dem weitgehenden Verbot der Umwandlung von Grünland sowie mangelnde Impulse aus der auf EU-Ebene 2014 beschlossenen Greening-Verordnung. In ihr wird geregelt, dass Pappeln und Weiden in Form von KUP oder Agroforstsysteme (AFS) als Ökologische Vorrangflächen, maximal mit dem Faktor 0,3 angerechnet werden können. Die Gesamtfläche mit KUP ist in Deutschland deshalb nur auf ca. 7.000 ha angestiegen und nimmt derzeit kaum zu. Die in KUP jährlich erzeugte Holzmenge von ca. 50.000 t atro ist vergleichsweise unbedeutend im Verhältnis zum Brennholzverbrauch in privaten Haushalten von 34 Mio. m3 und den Importmengen an Holzpellets, die mehrere Mio. t ausmachen. Anstrengungen wurden fortgesetzt, die in Relikten mit überalterten Bäumen verbliebenen Schwarz-Pappel-Vorkommen durch in situ und ex situ Maßnahmen zu sichern und Ausgangsbestände zur Gewinnung von Vermehrungsgut für den Zweck der Generhaltung nach dem Forstvermehrungsgutgesetz (FoVG) zuzulassen. Mit molekulargenetischen Methoden wird sichergestellt, dass nur artreines Vermehrungsgut zur Verfügung gestellt wird. Zur Artbestimmung sind artspezifische Single Nucleotid Polymorphism (SNP)s/InDels im Chloroplastengenom für 11 der 14 Pappelarten, und zur Identifizierung von Pappelkultivaren umfangreiche Sets molekularer Marker entwickelt worden. Zur Identifizierung von Kultivaren der Gattung Populus sind 24 nukleare Simple Sequence Repeats (nSSR) und für die Gattung Salix 12 nSSR-Marker etabliert, die laufend ergänzt werden. Die Marker ermöglichen auch die Identifizierung von Mehrfachhybriden und die Auflösung der Genealogie von Hybriden bis zur Elterngeneration. Nach Vorgaben des Gesetzes über forstliches Vermehrungsgut (FoVG) wurden in der Kategorie 'Geprüft' drei Pappelklone, Matrix 11, 24 und 49 aus der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt sowie vier Hybridaspen-Kultivare und zwei Hybridaspen-Familien (jeweils P. tremula × P. tremuloides) seitens des Thünen-Instituts für Forstgenetik, Großhansdorf, zur Zulassung gebracht. Über 50 verschiedene Forschungsprojekte wurden durch Drittmittel an 26 Institutionen in Deutschland zur Genetik und Züchtung, Anbau, Physiologie, Resistenzen von Pappeln, Weiden sowie Ernte und Verwertung ihres Holzes gefördert. Über 180 wissenschaftliche Veröffentlichung und sieben Bücher sind im Bericht erfasst.
Keywords: Pappel; Weide; Anbaufläche; Kurzumtriebsplantage; Holzproduktion; Biomasseproduktion; Kultivare; Forschungsprojekte; poplar; willow; cultivated area; short rotation coppice; wood production; biomass production; cultivars; research projects (search for similar items in EconPapers)
Date: 2016
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DOI: 10.3220/WP1471853422000
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