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Der Betrieb, das unbekannte Wesen: Eine Neukonzeption des Erfahrungsobjektes der Betriebswirtschaftslehre aus systemtheoretischer Perspektive

Volker Lingnau, Florian Beham and Florian Fuchs

No 29, Beiträge zur Controlling-Forschung from Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU), Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling

Abstract: Betriebe sind das Erfahrungsobjekt der betriebswirtschaftlichen Forschung. So eindeutig und geradezu trivial diese Aussage klingt, so diffus erscheinen die Antworten auf die Frage, was denn nun eigentlich einen Betrieb von einem "Nicht-Betrieb" unterscheidet, wobei Letzterer dann vom Selbstverständnis des Faches ausgehend nicht zum Gegenstandsbereich der Betriebswirtschaftslehre [BWL] zählen würde. Wird diese Frage überhaupt thematisiert, so wird typischerweise auf Abgrenzungen rekurriert, die aus der Mitte des letzten Jahrhunderts stammen und die dementsprechend die damaligen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse widerspiegeln. Dadurch werden z. B. große, längst als Erfahrungsobjekte der BWL etablierte, Bereiche als "Nicht-Betriebe" nicht erfasst (z. B. öffentliche Verwaltungen), neuere Entwicklungen (z. B. Public-Private-Partnerships) ausgeblendet oder betriebswirtschaftlich vergleichbare Institutionen kategorial unterschieden, was erkenntnistheoretisch ebenfalls nicht überzeugen kann. Die vorliegende Arbeit nimmt sich genau dieser Limitationen der klassischen Betriebsauffassungen an, wobei auf Forschungsansätze der "neueren Systemtheorie" zurückgegriffen wird, welche als Fundament einer neuen sozio-technischen Konzeption des Betriebs dienen. Hierbei kombiniert der Beitrag in neuartiger Weise die potentielle Selbsterhaltungsfähigkeit sozialer Systeme mit einem vertieften und differenzierteren Verständnis technischer Systeme. Da aber nicht jedes sozio-technische System bereits sinnvoll als Betrieb bezeichnet werden kann, werden weitere betriebskonstitutive Eigenschaften erarbeitet. Danach sind Betriebe solche sozio-technischen Systeme, die durch einen Betreiber betrieben werden und einen für Dritte erkennbaren und vom System über eine gewisse Dauer mit einem gewissen Mindestprofessionalisierungsgrad verfolgten Betriebszweck aufweisen. Der Beitrag schließt mit einer kritischen Würdigung der Operationalisierung des Kriteriums der erwerbswirtschaftlichen Ausrichtung und einer daraus entwickelten Reformulierung, wonach Unternehmen als wertschöpfungsfokussierte Betriebe zu charakterisieren sind.

Date: 2020
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