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Corona-Zweifel, Unzufriedenheit und Verschwörungsmythen: Erkenntnisse aus zwei Wellen der HBS-Erwerbspersonenbefragung 2020 zu Einstellungen zur Pandemie und den politischen Schutzmaßnahmen

Andreas Hövermann

No 48, WSI Policy Briefs from The Institute of Economic and Social Research (WSI), Hans Böckler Foundation

Abstract: [Einleitung] Die Corona-Pandemie hat inzwischen weltweit über eine Millionen Todesopfer gefordert und eine große Zahl an Länder wirtschaftlich in die Rezession befördert. Auch hierzulande sind die ökonomischen Einschnitte mit zwischenzeitlich beispiellosen 7,3 Millionen Menschen in Kurzarbeit und einem Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal 2020 um über 10 Prozent. Deutschland kam im internationalen Vergleich bezüglich der Verbreitung des Virus bislang noch verhältnismäßig glimpflich davon - sofern man bei immerhin mehr als 300.000 Infektionsfällen und knapp 10.000 Todesopfern von solchen Beschreibungen sprechen kann. Ungeachtet der weiterhin erheblichen gesundheitlichen Gefahr, die durch das Virus ausgeht, scheinen jedoch mittlerweile mehr Menschen eine große Unzufriedenheit bezüglich der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu hegen. Während zu Beginn der Pandemie nur wenige kritische Stimmen zu vernehmen waren, formierten sich in den letzten Monaten zahlreiche Menschen, die Zweifel an der Existenz des Virus haben und die obskure Verschwörungsmythen oder zumindest große Unzufriedenheit mit den politisch verordneten Einschränkungen des öffentlichen Lebens teilen. Zuletzt gipfelte diese Unzufriedenheit in medial sehr präsenten Demonstrationen in Berlin, an denen am 29. August 2020 geschätzte 40.000 Menschen teilnahmen (Der SPIEGEL 2020). Zu besonders großer öffentlicher Aufmerksamkeit führte diese Demonstration, da mehrere Hundert Protestierende - darunter auch zahlreiche Rechtsextreme - euphorisiert bis zum Eingang des Reichstages vordrangen und dadurch für breites Entsetzen in weiten Teilen der Politik und Gesellschaft sorgten. Der vorliegende Policy Brief erkundet, basierend auf Daten der HBSErwerbspersonenbefragung, wie weit kritische Einstellungen zum Umgang mit der Corona-Krise unter den Erwerbspersonen in Deutschland verbreitet sind. Dies umfasst Zweifel an den einschränkenden Maßnahmen, Unterstützung der Anti-Corona-Proteste bis hin zum Teilen von Verschwörungsmythen. Da die Befragten zu mehreren Zeitpunkten ihre Einstellungen äußerten wird zudem betrachtet, inwiefern sich die Zustimmung zu diesen Einstellungen im Laufe der Pandemie zwischen April und Juni geändert hat - bei wem steigen also im Verlauf der Pandemie die Zweifel und die Unzufriedenheit an?

Date: 2020
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