Die kommunale Kraft-Wärme-Kopplung im Spannungsfeld zwischen Strommarkt und Energiewende: Eine Analyse der Rahmenbedingungen für Stadtwerke zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung
Kurt Berlo and
Oliver Wagner
No 188, Wuppertal Papers from Wuppertal Institute for Climate, Environment and Energy
Abstract:
Dieses Wuppertal Paper befasst sich mit folgenden Leitfragen: Wie wichtig sind Stadtwerke für die Energiewende? Was sind dabei die besonderen Beiträge von Stadtwerken? Hier ist insbesondere zu berücksichtigen, dass kommunal betriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK-Anlagen) ein wichtiger Komplementär zum Ausbau der erneuerbaren Energien darstellen und dass kommunale KWK-Anlagen inzwischen einen nennenswerten Beitrag zur Sicherstellung der Residuallast liefern. Zudem geht es um die Leitfrage, welche Rahmenbedingungen die Rolle von Stadtwerken als zentrale Akteure der Energiewende und insbesondere als Betreiber von KWK-Anlagen erschweren. Vor dem Hintergrund der skizzierten Problemlage und der dargestellten Leitfragen behandelt dieses Wuppertal Paper folgende fünf Schwerpunkte: 1. Der komplexe und extrem dynamische Ordnungsrahmen für Stadtwerke zeigt, dass ständige Anpassungen erforderlich sind, um langfristig wirtschaftlich tätig sein zu können. 2. Hier wird die Bedeutung von Stadtwerken für die kommunale Energiewende herausgearbeitet. Der zentralen Zukunftsperspektiven der Energieeffizienz, der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung und erneuerbaren Energien kommt hier eine tragende Rolle zu. Kommunalpolitische Entscheidungsträger nahmen dies zum Anlass, vermehrt Rekommunalisierungen zu betreiben. 3. Die energiewirtschaftliche Bedeutung von Stadtwerken wird dargestellt. Dabei wird auch der dezentralen und demokratisch legitimierten Kontrolle von kommunalen Unternehmen Rechnung getragen. Die Rückbesinnung auf die Gestaltungsmöglichkeiten von kommunaler Energiepolitik hat deutschlandweit zu einem regelrechten Gründungsboom neuer Stadtwerke geführt, weil mit eigenen Unternehmen dem Primat der kommunalen Politik in Energiefragen wieder mehr Geltung verschafft werden kann. Die Motive zur Gründung kommunaler Stadtwerke sind vor allem energie- und klimapolitischer sowie wirtschaftlicher Art. 4. Bislang zu wenig Beachtung wurde der Bedeutung der Kraft-Wärme-Kopplung für den Klimaschutz und das Gelingen der Energiewende geschenkt. Es wird daher in diesem Wuppertal Paper auch gezeigt, dass die KWK als Komplementär erneuerbarer Energien und für die Entwicklung intelligenter Netze ein wichtiger Bestandteil ist. Für Stadtwerke spielen die Aspekte des KWK-Ausbaus und des Lastmanagements zudem eine wichtige wirtschaftliche Perspektive. In einem energiewirtschaftlichen Problemabriss zur Wirtschaftlichkeit der KWK wird zudem die aktuelle Situation im Bereich der Stromerzeugung durch konventionelle Kraftwerke im Allgemeinen und der KWK im Besonderen dargestellt. Dass hier gerade die systemrelevanten modernen Gas(heiz)kraftwerke zu Gunsten von klimaschädlichen Kohlekraftwerken zunehmend vom Netz gehen, stellt hier das Hauptproblem dar. 5. Abschließend wird der bundespolitische Handlungsbedarf formuliert, um dem Stellenwert der KWK im Spannungsfeld zwischen Strommarkt und Energiewende künftig besser gerecht werden zu können. Zur Verdeutlichung einzelner Problemlagen und Handlungsoptionen sollen die an zahlreichen Stellen angeführten Praxisbeispiele einen Beitrag leisten.
Date: 2015
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