Preisauftrieb bei Haushaltsenergie und Nahrungsmitteln schwaecht sich weiter ab - Inflationsunterschiede zwischen den Haushalten sinken im August 2023 auf 0,4 Prozentpunkte
Sebastian Dullien and
Silke Tober ()
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Silke Tober: Macroeconomic Policy Institute (IMK)
No 158-2023, IMK Policy Brief from IMK at the Hans Boeckler Foundation, Macroeconomic Policy Institute
Abstract:
Die Inflationsrate lag im August 2023 bei 6,1 % und damit wieder auf dem Niveau von Mai 2023, nachdem sie im Juni aufgrund von Basiseffekten auf 6,4 % gestiegen war. Von Juni bis August 2023 erhoehten kurzzeitige Basiseffekte als Folge des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts ein Jahr zuvor voruebergehend die Inflation und Kerninflationsrate. Entsprechend lag die Inflationsrate Deutschlands erneut ueber der des Euroraum-Durchschnitts. Haushaltsenergie verteuerte sich im August 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 11,4 % (Juli 2023: 14,0 %), gefolgt von Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getraenken mit 9,1 % (Juli 2023: 10,9 %). Da der Anteil von Nahrungsmitteln und Haushaltsenergie an den Konsumausgaben stark einkommensabhaengig ist, bewirkte der schwaechere Preisauftrieb bei diesen Guetern des Grundbedarfs eine weitere Verringerung der Spanne der haushaltsspezifischen Teuerungsraten auf nunmehr 0,4 Prozentpunkte (Juli 2023: 1,0 Prozentpunkte). Mit 6,1 % lag die Inflationsrate fuer die beiden einkommensschwachen Haushalte sowie fuer Alleinerziehende und Paare mit jeweils mittlerem Einkommen ebenso hoch wie die Inflationsrate insgesamt. Damit war es der erste Monat seit Dezember 2021, in dem keiner der beiden einkommensschwachen Haushalte eine ueberdurchschnittliche Teuerung zu verkraften hatte. Die Inflation und die Kerninflation duerften wegen der geringeren Energiepreise und der Aufloesung von Lieferengpaessen absehbar sinken, obwohl die Lohnsteigerungen voruebergehend erhoeht sind. Die hohe Inflation traf einkommensschwache Haushalte bisher besonders stark, zumal sie in der Regel nur geringe finanzielle Reserven haben. Eine baldige Rueckkehr zum Inflationsziel der EZB ist daher auch sozialpolitisch wuenschenswert. Der aktuelle Kurs der EZB birgt allerdings angesichts der bereits deutlich geschwaechten Wirtschaft und der verzoegerten Wirkung geldpolitischer Massnahmen das Risiko einer uebermaessigen Straffung. Die Folgen einer laenger waehrenden Flaute haetten dann ebenfalls einkommensschwache Haushalte am staerksten zu tragen.
Pages: 14 pages
Date: 2023
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