Inflationsrate faellt im September 2023 auf 4,5 % - Tendenz sinkend
Sebastian Dullien and
Silke Tober ()
Additional contact information
Silke Tober: Macroeconomic Policy Institute (IMK)
No 159-2023, IMK Policy Brief from IMK at the Hans Boeckler Foundation, Macroeconomic Policy Institute
Abstract:
Mit 4,5 % lag die Inflationsrate im September 2023 um 1,6 Prozentpunkte niedriger als im August 2023 und auf einem Niveau, das zuletzt im Februar 2022 unterschritten wurde. Kurzzeitige Basiseffekte als Folge des 9-Euro-Tickets und des Tankrabatts im Sommer 2022 hatten verhindert, dass die Inflation bereits frueher deutlicher fiel. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getraenke verteuerten sich im September 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,7 % (August 2023: 9,1 %), gefolgt von Haushaltsenergie mit 6,3 % (August 2023: 11,4 %). Diese Gueter des Grundbedarfs verzeichneten ihren hoechsten Preisanstieg mit 47,1 % im Oktober 2022 (Haushaltsenergie) bzw. mit 21,2 % im Maerz 2023 (Nahrungsmittel und alkoholfreie Getraenke). Da der Anteil von Nahrungsmitteln und Haushaltsenergie an den Konsumausgaben von Haushalten mit geringerem Einkommen besonders hoch ist, erreichte die Spanne der haushaltsspezifischen Teuerungsrate im Oktober 2022 mit 3,1 Prozentpunkten ihren Hoehepunkt und war auch im Maerz 2023 mit 2,4 Prozentpunkten noch hoch. Mittlerweile ist sie auf 0,4 Prozentpunkte zusammengeschrumpft und der September 2023 ist der erste Monat sei Dezember 2021, in dem einer der beiden hier betrachteten einkommensschwachen Haushalte am unteren Rand der Spanne liegt. Fuer einkommensschwache Paare mit 2 Kindern ist die Teuerungsrate von 11,0 % im Oktober 2022 auf nunmehr 4,1 % gesunken, fuer einkommensschwache Alleinlebende von 10,7 % (November 2022) auf 4,3 %. Die hoechste Inflationsrate hatten Paare mittleren Einkommens zu verzeichnen (4,5 %).In den kommenden Monaten duerften die Inflation und die Kerninflation wegen der niedrigeren Energiepreise und der Aufloesung von Lieferengpaessen weiter sinken, zumal die hohen Preissteigerungen des Jahres 2022 sukzessive aus der Inflationsberechnung fallen. Der stark restriktive Kurs der EZB ist angesichts der deutlich geschwaechten Wirtschaft in Deutschland und im Euroraum insgesamt unnoetig und riskant, zumal Zinserhoehungen erst mit einer erheblichen Zeitverzoegerung auf die wirtschaftliche Aktivitaet und die Inflation wirken.
Pages: 14 pages
Date: 2023
New Economics Papers: this item is included in nep-ger
References: View references in EconPapers View complete reference list from CitEc
Citations:
Downloads: (external link)
http://www.boeckler.de/pdf/p_imk_pb_159_2023.pdf (application/pdf)
Related works:
This item may be available elsewhere in EconPapers: Search for items with the same title.
Export reference: BibTeX
RIS (EndNote, ProCite, RefMan)
HTML/Text
Persistent link: https://EconPapers.repec.org/RePEc:imk:pbrief:159-2023
Access Statistics for this paper
More papers in IMK Policy Brief from IMK at the Hans Boeckler Foundation, Macroeconomic Policy Institute Contact information at EDIRC.
Bibliographic data for series maintained by Sabine Nemitz ().