Erdgas- und Strom trotz Preisbremsen im Oktober 2023 immens teurer als 2019 - Inflation weiter im Sinkflug
Sebastian Dullien and
Silke Tober ()
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Silke Tober: Macroeconomic Policy Institute (IMK)
No 160-2023, IMK Policy Brief from IMK at the Hans Boeckler Foundation, Macroeconomic Policy Institute
Abstract:
Mit 3,8 % war die Inflationsrate im Oktober 2023 0,7 Prozentpunkte niedriger als im September 2023 und weniger als halb so hoch wie zu Jahresbeginn. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getraenke verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,4 % (September 2023: 7,7 %), Haushaltsenergie verteuerte sich um 0,1 % (September 2023: +6,3 %). Da der Anteil dieser Gueter des Grundbedarfs an den Konsumausgaben von Haushalten mit geringerem Einkommen besonders hoch ist und sich der Preisanstieg von 47,1 % im Oktober 2022 (Haushaltsenergie) bzw. von 21,2 % im Maerz 2023 (Nahrungsmittel und alkoholfreie Getraenke) stark verringert hat, haben sich die haushaltsspezifischen Inflationsraten in den vergangenen Monaten merklich angenaehert. Die Spanne der haushaltsspezifischen Teuerungsraten ist im Oktober 2023 leicht auf 0,6 Prozentpunkte gestiegen, verglichen mit 3,1 Prozentpunkten auf ihrem Hoehepunkt und noch hohen 2,4 Prozentpunkten im Maerz dieses Jahres. Fuer einkommensschwache Paare mit zwei Kindern ist die Teuerungsrate von 11,0 % im Oktober 2022 auf nunmehr 3,0 % gesunken, fuer einkommensschwache Alleinlebende von 10,7 % im November 2022 auf 3,2 %. Die hoechste Inflationsrate hatten Paare mit zwei Kindern und mit hohem Einkommen zu verzeichnen (3,6 %). Die Preise fuer Erdgas, Strom und Nahrungsmittel sind weiterhin deutlich hoeher als vor den Preisschocks. Dabei sticht der Preis fuer Erdgas mit einer Verdopplung gegenueber dem Vorpandemiejahr 2019 heraus. Eine vorgezogene Normalisierung der Mehrwertsteuer wuerde vor diesem Hintergrund bedeuteten, dass die Mehrwertsteuereinnahmen je Kilowattstunde - und damit der Beitrag dieser Steuer zum Gaspreis - bereits ab Januar 2024 rund doppelt so hoch waeren wie im Jahr 2019. In der Folge wuerde die Inflation in den ersten drei Monaten des Jahres um jeweils 0,2 Prozentpunkte hoeher ausfallen als ohne vorgezogene Normalisierung der Mehrwertsteuer auf Gas und Fernwaerme. Da die Belastung durch die Preise fuer Haushaltsenergie mit sinkendem Einkommen steigt, oeffnet sich zudem die soziale Schere wieder. Angesichts der schwachen Wirtschaft und stark abnehmenden Inflation war es hoechste Zeit, dass die EZB ihren Zinserhoehungszyklus beendet hat.
Pages: 15 pages
Date: 2023
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