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Staatliche Massnahmen verhindern noch staerkeren Rueckgang der Inflation im Januar 2024

Sebastian Dullien and Silke Tober ()
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Silke Tober: Macroeconomic Policy Institute (IMK)

No 164-2024, IMK Policy Brief from IMK at the Hans Boeckler Foundation, Macroeconomic Policy Institute

Abstract: Mit 2,9 % lag die Inflationsrate trotz preiserhoehender Massnahmen der Bundesregierung sehr deutlich unter der Inflation im Dezember 2023 (3,7 %) und auf dem niedrigsten Niveau seit Juni 2021. Entscheidend war, dass die Preise fuer Haushaltsenergie und Kraftstoffe trotz beendeter Preisbremsen und dem stark erhoehten CO2-Preis unter dem Vorjahresniveau lagen und damit die Inflation daempften. Die Preise fuer Nahrungsmittel und alkoholfreie Getraenke erhoehten sich ebenfalls verlangsamt, wenn auch mit 4,2 % noch erheblich. Ohne die vorzeitige Beendigung der Preisbremsen, die Rueckkehr zum ueblichen Mehrwertsteuersatz bei Speisen in Gaststaetten und die hoehere CO2-Bepreisung waere die Inflation um rund einen halben Prozentpunkt niedriger ausgefallen und haette damit bereits zu Jahresbeginn 2024 nahe dem Inflationsziel der EZB in Hoehe von 2 % gelegen. Aehnliches gilt fuer die auf Basis des harmonisierten Verbraucherpreisindex berechnete Inflationsrate, die die Europaeische Zentralbank (EZB) besonders im Fokus hat. Die HVPI-Inflation lag im Januar 2024 mit 3,1 % etwas hoeher als die VPI-Inflation. Dies ist auf eine andere Zusammensetzung des Warenkorbs und die jaehrliche Anpassung der Gewichte zurueckzufuehren. Die Inflationsraten fuer unterschiedliche Haushaltstypen in verschiedenen Einkommensklassen, deren Gewichte aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe stammen, bewegten sich im Januar 2024 innerhalb einer Spanne von 2,2 % und 2,8 %. Vor einem Jahr hatte die Spanne noch 2,6 Prozentpunkte betragen. Damals hatten zudem einkommensschwache Haushalte - wie im gesamten Jahr 2022 - die hoechsten Inflationsraten zu verzeichnen, da sich Nahrungsmittel und Haushaltsenergie als Gueter des Grundbedarfs besonders stark verteuerten. Im Januar 2024 war die Inflationsrate fuer Familien mit hohem Einkommen am hoechsten. Die Inflation im Euroraum geht bereits seit laengerem staerker zurueck als von der EZB erwartet. Zugleich daempft die ausgepraegt restriktive Geldpolitik die Wirtschaft, die zum wiederholten Male schwaecher ausfiel als in den Prognosen der EZB. Selbst wenn die EZB in dieser Gemengelage weiterhin eine restriktive Geldpolitik fuer erforderlich haelt, sollte sie angesichts der geaenderten Datenlage zumindest den Restriktionsgrad zeitnah verringern.

Pages: 15 pages
Date: 2024
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