Die Legitimität der kapitalistischen Marktwirtschaft
Wolfgang Plasa
Chapter 15 in Der totalitäre Kapitalismus, 2023, pp 267-289 from Springer
Abstract:
Zusammenfassung Angesichts der Probleme, die die kapitalistische Marktwirtschaft mit sich bringt, stellt sich die Frage: Ist sie eigentlich legitim? Mit Legitimität ist gemeint, etwas als rechtmäßig anzuerkennen. Als rechtmäßig wird gewöhnlich betrachtet, was den Werten einer Gesellschaft entspricht. Verfechter der kapitalistischen Marktwirtschaft behaupten, dass sei der Fall, denn sie schütze die individuelle Freiheit; schütze das Privateigentum; schaffe eine dezentrale Wirtschaftsplanung; erlaube einen freien Wettbewerb; belohne Leistung. Bei näherer Betrachtung lässt sich erkennen, dass diese Vorzüge zu einem guten Teil überwertet werden. Die Grenzen der Freiheit wirtschaftlicher Betätigung und des Schutzes des Privateigentums, insbesondere des geistigen Eigentums, sind sehr weit gezogen. Diese Freiheit bzw. dieser Schutz können auf Kosten anderer in Anspruch genommen – d. h. missbraucht – werden. Wo das der Fall ist, sind sie nicht geeignet, der kapitalistischen Marktwirtschaft Legitimität zu verleihen. Auch die dezentrale Wirtschaftsplanung ist nicht unbedingt ein Vorzug, denn sie ist der wesentliche Grund der Krisenanfälligkeit des Systems. Andererseits macht es das System leicht, auch ohne Anstrengung Geld zu verdienen. Schließlich könnte man meinen, die kapitalistische Marktwirtschaft sei legitim, weil sie eine Vielzahl von Menschen glücklich macht. Ob dies der Fall ist erscheint jedoch recht zweifelhaft.
Date: 2023
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DOI: 10.1007/978-3-658-41761-1_15
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