Deutsch-Französische Zusammenarbeit als Wegbereiter für die Integration europäischer Streitkräfte
Andreas Marlow
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Andreas Marlow: Bundeswehr
A chapter in Die Herzkammern Europas: Deutsch-französische Impulse für die Sicherheitsordnung der EU, 2026, pp 169-176 from Springer
Abstract:
Zusammenfassung Europa steht aufgrund einer stark veränderten Sicherheitslage und einer erodierenden Weltordnung vor großen Herausforderungen. Insbesondere der völkerrechtswidrige Angriff Russlands auf die Ukraine und die bei der Münchener Sicherheitskonferenz 2025 vorgetragene Skepsis der USA gegenüber der Europäischen Union, befeuern die Diskussion um die Verantwortungsübernahme Europas für seine eigene Sicherheit und Verteidigung. Dabei wird immer wieder auch auf die besondere Rolle Deutschlands und Frankreichs verwiesen. Beide Nationen sind fest verankert in demokratischen und freiheitlichen Werten. Sie gehören zu den Triebfedern der europäischen Integration und haben damit die Grundlage für Frieden und Freiheit in Europa geschaffen. In einer Zeit, in der geopolitische Herausforderungen und sicherheitspolitische Bedrohungen zunehmen, wird die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Europäischen Union immer deutlicher. Allerdings besitzen Deutschland und Frankreich unterschiedliche strategische Kulturen, die sich auf alle Bereiche der Verteidigung und des Militärischen auswirken. Dafür gibt es vor allem aus historischer Sicht nachvollziehbare Gründe. Während Deutschland mit Blick auf die Erfahrungen zweier Weltkriege und der Verbrechen des Dritten Reichs eine oft zurückhaltende militärische Rolle einnimmt, verfolgt Frankreich eine dynamischere und eher proaktive Außen- und Sicherheitspolitik, bei der auch eigene wirtschaftliche Interessen, der ständige Sitz im UN-Sicherheitsrat und nicht zuletzt die französischen Überseegebiete eine wichtige Rolle spielen. Für Frankreich sind die Überseegebiete eine Schutzverpflichtung gegenüber der eigenen Bevölkerung. Diese Verpflichtung wird Frankreich durch die ständige Projektionsfähigkeit seiner Streitkräfte und seiner atomaren Abschreckungsfähigkeit gerecht. Die Instrumente der Sicherheits- und Verteidigungspolitik beider Länder – insbesondere die Streitkräfte – sind daher unterschiedlich verfasst, und zwar im Hinblick auf Struktur, Material und Personal. Traditionell orientiert sich die Bundeswehr an den Vorgaben der NATO. Frankreich hingegen betont seit jeher die Souveränität seiner Streitkräfte und setzt diese auch außerhalb von NATO und EU ein.
Date: 2026
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DOI: 10.1007/978-3-658-49989-1_15
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