Sinnorientierung im Wandel
Nicolas Apitzsch
Chapter 1 in KI-Transformation in der öffentlichen Verwaltung, 2026, pp 3-7 from Springer
Abstract:
ZusammenfassungSie kennen diesen Moment in der Teambesprechung. Soeben haben Sie die Pläne für die Pilotierung eines neuen KI-Systems im Fachbereich vorgestellt – vielleicht zur Automatisierung der Beihilfebearbeitung oder zur Vorprüfung von Wohngeldanträgen. Sie haben rationale Argumente geliefert: die Beschleunigung der Verfahren, die Entlastung von repetitiven Tätigkeiten, die Notwendigkeit der Modernisierung. Und doch schlägt Ihnen keine Euphorie entgegen, sondern eine bleierne Schwere. Es ist jene Mischung aus Zynismus („Das nächste Projekt, das scheitert“), Dienst nach Vorschrift und subtiler Aggression. Wenn Sie diesen Widerstand spüren, wenn erfahrene Sachbearbeiter plötzlich Mauern errichten, dann erleben Sie keine technische Verweigerung. Sie erleben eine psychologische Abwehrschlacht. Um diese Dynamik zu verstehen und nicht an ihr zu verzweifeln, müssen wir den Blick von den unmittelbaren operativen Zwängen lösen und eine historische Analogie bemühen, die das Wesen transformationaler Führung in Zeiten existenzieller Verunsicherung präziser erfasst als manches zeitgenössische Management-Handbuch.
Date: 2026
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DOI: 10.1007/978-3-658-52648-1_1
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