Die Lehren vom Zufalle
F. M. Urban
Chapter II in Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung und der Theorie der Beobachtungsfehler, 1923, pp 14-54 from Springer
Abstract:
Zusammenfassung Aus den Beispielen des vorhergehenden Abschnittes ist zu ersehen, daß das Urteil über die Zufälligkeit eines Ereignisses sich auf sehr verschiedene Merkmale stützen kann. Diese haben kaum etwas Gemeinsames, und es erscheint aussichtslos, in ihnen eine Eigenschaft zu finden, durch die der Zufall überhaupt definiert werden kann. Das Wort Zufall bezieht sich im nichtwissenschaftlichen Sprachgebrauche nicht auf einen bestimmten Begriff, sondern dient zur Bezeichnung ganz verschiedener Dinge. Es ist ein hoffnungsloses Unternehmen, solche der nicht wissenschaftlich gesichteten Erfahrungen entnommene Begriffe, mit denen wir uns im täglichen Leben zurechtfinden müssen, einheitlich zu definieren und widerspruchslos zu machen. Ein Verzicht auf eine allgemeine Erklärung fällt um so leichter, als viele Anwendungen dieses Wortes mehr oder weniger belanglos sind. Die abergläubischen Vorstellungen von Glück und Unglück, Vorsehung und Fügung usw., die sich an die Vorstellung vom Zufall knüpfen, sind wegen ihrer großen Macht über das Gemüt des Menschen wohl von großer Bedeutung, allein ihnen gegenüber ist eine rein logische Erklärung überhaupt ausgeschlossen, und ihr Studium gehört in das Gebiet der Völkerpsychologie.
Date: 1923
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DOI: 10.1007/978-3-663-15953-7_2
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