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Philosophische Beurteilung der Grundprobleme

Otto Weinberger

Chapter A in Die Wirtschaftsphilosophie des Alten Testamentes, 1948, pp 62-117 from Springer

Abstract: Zusammenfassung Bevor wir in die spekulativ-ethische Betrachtung der einzelnen wirtschaftlichen Gebilde eingehen, muß die Frage geprüft werden, ob eine zusammenfassend philosophiegeschichtliche Betrachtung nach einzelnen Epochen oder eine solche, die die einzelnen wirtschaftlichen Gebilde abgesondert, systematisch in ihrer Entwicklung betrachtet, den Vorzug verdient. Man könnte im ersteren Falle die Epochen in eine urgeschichtliche, patriarchalische, königlich-prophetische und eine nachexilische scheiden und die spekulativen Betrachtungen an die einzelnen Epoehen abknüpfen. Aber nach reiflicher Erwägung des Gegenstandes ergibt sich, daß eine solche Anordnung des Stoffes nicht empfehlenswert wäre. Sie dürfte in einer rechts- oder wirtschafts geschichtlichen Darstellung am Platze sein, in welcher die geschichtlichen Veränderungen die wichtigste Rolle spielen, aber nicht in einer ethisch- kritischen Betrachtung, welche von bestimmten, feststehenden Ideen ausgeht, die den Maßstab für die Beurteilung abgeben. Wir gehen nämlich von der Voraussetzung aus, daß diese Ideen das Bleibende in der Erscheinungen Flucht bilden, und daß wir den jeweiligen Entwicklungsprozeß eines bestimmten Gebildes, z. B. der Wirtschaft an Grund und Boden, mit diesem festen Maßstabe unserer ethischen Anschauungen beurteilen dürfen. Die entgegengesetzte Betrachtung würde m. E. vom Standpunkte einer evolutionistischen, wandelbaren Auffassung der sittlich-wirtschaftlichen Erscheinungen gerechtfertigt sein, die wir schon aus dogmatischen Gründen ablehnen müssen. Zwar ist alles im menschlichen Leben im Ablaufe der Zeiten Veränderungen unterworfen. Wir wollen deshalb auch nicht leugnen, daß unsere Anschauungen von dem, was sittlich oder wirtschaftlich richtig ist, im Ablaufe der Zeit „Korrekturen“ erfahren können. Das gilt flir das Gebiet des Wirtschaftlichen noch viel mehr als für jenes des Sittlichen im engeren Sinne, obwohl wir an dem Zusammenhange zwischen Sitte einerseits, Recht oder Wirtschaft anderseits festhalten wollen.

Date: 1948
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DOI: 10.1007/978-3-7091-7720-4_7

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