Gewerbliche Standortsicherung in Berlin durch Gewerbehöfe: Organisation und Betrieb durch alternative Rechts- und Verbundformen wie Genossenschaften oder Standortgemeinschaften
Lech Suwala and
Hendrik Franke
EconStor Research Reports from ZBW - Leibniz Information Centre for Economics
Abstract:
Die Kurzstudie versucht zu ergründen, wie gewerbliche Standortsicherung in Berlin durch Gewerbehöfe im Rahmen von alternativen Rechts- und Verbundformen (z.b. Genossenschaften, Standortgemeinschaften etc.) gelingen kann. Es werden insbesondere Gewerbehöfe /Standorte mit einem starken Handwerksbesatz und deren institutionelle Strukturen identifiziert, analysiert und typologisiert. Die Studie nutzt einen Mehrmethodenansatz. Die vorgestellten Anschauungsbeispiele wurden auf der Basis einer explorativen Desktoprecherche, eigenen Erfahrungen, der Analyse öffentlicher Dokumente und interner Gutachten sowie Gesprächen mit einschlägigen Expertinnen eruiert. Den Kern der Studie bildet eine räumliche GIS-Analyse des gesamten Bestandes der Handwerksunternehmen und deren potentielle Verankerung in den Gewerbehöfen Berlins. Die Auswertung der Anschauungsbeispiele zeigt zunächst, dass es nur wenige verallgemeinerbare, übertragbare und skalierbare Anhaltspunkte für die Implementierung der Genossenschaftsidee im Handwerk in Gewerbehöfen gibt. Dennoch lassen sich vier Typen von Gewerbehöfen identifizieren: Typ 1 (z. B. Gewerbehöfe Gerichtsstraße, Urbanstraße) ist als Musterbeispiel für das Ziel und die Umsetzung der Studie zu betrachten. Innerstädtisch gelegen und zumeist in Kieze integriert, zeichnet er sich vor allem durch Einzelunternehmen aus, die insbesondere Handwerke für den gewerblichen und privaten Bedarf abdecken und damit maßgeblich zur gewerblichen Daseinsvorsorge in der Nachbarschaft beitragen. Typ 2 (z. B. Gewerbehöfe Mehringdamm / Hagelberger Straße) ist ebenfalls innerstädtisch angesiedelt, hier muss jedoch abstrahiert und differenziert werden: Abstrahiert um Ladenhandwerke (z. B. Friseure, Kosmetiker), die auf direkte Kundenkontakte und Passantenfrequenz angewiesen sind und in der Regel keine nennenswerten Werkstätten betreiben. Differenziert nach Spezialbetrieben (z. B. Musikinstrumentenbau), die besonders im Sinne der Bestandserhaltung und für nutzungsgemischte sowie resiliente Quartiere relevant sind. Typ 3a (z. B. Gewerbehof Innungsstraße) befindet sich in einer randstädtischen Lage innerhalb eines EpB-Gebiets. Hier geht es weniger um die Flächensicherung als vielmehr um lokale Vernetzung und den Aufbau von Wertschöpfungsketten im Ausbau- und Bauhauptgewerbe. Ziel ist es, Betriebe zu identifizieren, die potenziell für eine genossenschaftliche Eigentumsbildung gewonnen werden können. Typ 3b (Plauener Str./ Großbeeren Str.) teilt im Grunde die Merkmale des Typs 3a, ist aber für die Zielsetzung der Studie ungeeignet, da er sich im Eigentum von internationalen Immobilienkonzernen befindet, von größeren Betreibergesellschaften (z.B. GSG) verwaltet wird und somit ein anderes Geschäftsmodell verfolgt. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus Auswertung der Anschauungsbeispiele und der räumlichen Analyse wird folgendes empfohlen. Es ist von einem längeren Prozess zur Bildung eines genossenschaftlichen Gewerbehofs auszugehen, den wir in der Folge in fünf Stufen (Information /Vernetzung, Standortgemeinschaften, Genossenschaft light, Genossenschaft medium, Genossenschaft max) unterteilen. Auch wenn höhere Stufen wünschens- und erstrebenswert sind, gibt es nicht das ‚Endziel‘, vielmehr steht jede Stufe für einen Teilerfolg.
Keywords: Gewerbehöfe; Handwerk; Genossenschaften; Standortgemeinschaften; Berlin (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: O18 R11 R12 R52 R53 R58 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2025
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DOI: 10.14279/depositonce-25048
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