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Investitionen in überbetriebliche Bildungsstätten des Handwerks - fiskalische und Kontexteffekte

Lukas Meub, Alexander Erlei, Till Proeger and Kilian Bizer

No 36, ifh Forschungsberichte from Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh)

Abstract: Die überbetrieblichen Bildungsstätten des Handwerks (ÜBS) sind zentrale Träger der technologischen und digitalen Modernisierung im Handwerk und sichern die Qualität der Fachkräfteausbildung. Ausbleibende Investitionen können daher Wachstums- und Produktivitätsverluste im Handwerk bewirken. Dabei sind Bund und Länder Sparzwängen ausgesetzt, die einen effizienten Mitteleinsatz erzwingen. Gleichwohl ist zu beachten, dass Investitionen in die berufliche Bildungsinfrastruktur sowohl Mehreinnahmen an Steuern und Sozialabgaben generieren, als auch Kosteneinsparungen seitens der öffentlichen Hand und der Sozialversicherungsträger ermöglichen. Kern des vorliegenden Gutachtens ist in diesem Zusammenhang die quantitative Analyse fiskalischer Effekte zugunsten der öffentlichen Haushalte sowie der Sozialversicherungsträger, die durch zusätzliche ÜBS-Investitionen ausgelöst werden. Ziel der Untersuchung ist es somit, ein effizientes Investitionsniveau zu bestimmen, das eine optimale Rendite der öffentlich eingesetzten Mittel aus Sicht der unterschiedlichen staatlichen Ebenen induziert. Zu diesem Zweck werden zwei Simulationen durchgeführt. Auf Basis der quantitativen Simulationen der fiskalischen Effekte legt das Gutachten ein deutlich höheres Investitionsvolumen aller staatlichen Ebenen für die überbetrieblichen Bildungsstätten des Handwerks nahe. Der Bund müsste für eine gesamtstaatlich optimale Rendite 415 Mio. € investieren, was eine Steigerung des Niveaus aus 2024 von 332 % impliziert. Gegeben der Ko-Finanzierung von Bundesländern und Bildungsträgern erzielen die zusätzlichen Investitionen aus gesamtstaatlicher Perspektive eine jährliche fiskalische Rendite von 265 %. Über einen Zeithorizont von 15 Jahren würden sich aus diesen Investitionssummen kumulierte Nettoerträge von etwa 32,7 Mrd. € ergeben. Ergänzend zu dieser quantitativen Analyse erfolgt eine literaturbasierte qualitative Analyse von insgesamt 16 empirisch schwer zugänglichen Wirkungszusammenhängen. Dabei zeigt sich, dass Investitionen in ÜBS entlang von vier Wirkungsebenen positive Effekte entfalten: (I) individuelle Effekte (soziale Mobilität, Beschäftigungsstabilität, Bildungsrenditen, Anpassungsfähigkeit an den technologischen Wandel); (II) betriebliche Effekte (Technologietransfer, Kooperations- und Netzwerkeffekte, Erhalt einer kleinteiligen, regionalen Betriebsstruktur und damit regionale Resilienz, Produktivitäts- und Innovationssteigerungen); (III) gesamtwirtschaftliche Effekte (erhöhte Standortattraktivität für Investoren, lokale Wertschöpfungsimpulse, Wertschöpfungs- und Einkommenszuwächse, Handwerk-Industrie-Kooperationen, Zubringerfunktion von Fachkräften für Industrie und Mittelstand); (IV) gesellschaftliche Effekte (Erwerbsintegration, Attraktivitätssteigerung beruflicher Bildung, Beiträge zu Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Energiewende, Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse).

Date: 2025
New Economics Papers: this item is included in nep-ger
Note: Gutachten im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
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DOI: 10.47952/gro-publ-380

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