Verlagerung von CO2-Emissionen durch EU-Klimapolitik? Ein Überblick
Harald Fadinger,
Andreas Gerster,
Philip Sauré and
Joschka Wanner
No 209, Kiel Policy Briefs from Kiel Institute for the World Economy
Abstract:
Emissionsverlagerung (Leakage) ist real, aber begrenzt: Studien zeigen, dass etwa 10-30 % der durch EU-Klimapolitik eingesparten Emissionen ins Ausland verlagert werden. Der Großteil der Emissionsreduktionen bleibt jedoch global wirksam, sodass die Politik insgesamt effektiv ist. • Kaum Evidenz für ein "Grünes Paradoxon": Die Befürchtung, dass Klimapolitik zu einem vorgezogenen Anstieg von Emissionen führt, wird empirisch nicht bestätigt. Stattdessen reagieren Unternehmen oft mit geringeren Investitionen in fossile Energien, was Emissionen eher senkt. • EU setzt Instrumente gegen Wettbewerbsnachteile ein: Dazu gehören kostenlose Emissionszertifikate sowie der CO₂-Grenzausgleich (CBAM), der Importe entsprechend ihrer Emissionen bepreist. Ziel ist es, Leakage zu reduzieren und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. • Wirksamkeit der Instrumente hängt stark vom Design ab: Der aktuelle CBAM erfasst nur wenige Sektoren und hat daher begrenzte Wirkung auf globale Emissionen. Eine Ausweitung auf mehr Sektoren könnte die Emissionsreduktion deutlich erhöhen. • Klimapolitik bringt zusätzliche Vorteile: Neben Emissionsreduktionen fördert sie Innovationen, verbessert die Luftqualität und stärkt Energie- sowie geopolitische Unabhängigkeit. Diese positiven Nebeneffekte erhöhen den Gesamtnutzen der Maßnahmen.
Keywords: Klimapolitik; Leakage; Grünes Paradoxon; EU ETS; CBAM; Climate policy; carbon leakage; the green paradox (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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