Politische Bildung zwischen Apokalypse und Alltag: Demokratieförderung durch Affektbildung
Jutta Keßler
IU Discussion Papers - Social Sciences from IU International University of Applied Sciences
Abstract:
Die Förderung demokratiebezogener Persönlichkeitsbildung liegt nicht allein in der Verantwortung der Schule, sondern prägt das berufliche Selbstverständnis aller Akteur*innen im Sozial- und Bildungswesen. Politische Bildung wird als gemeinsame Aufgabe reflektiert, die durch gesellschaftliche Polarisierungen unter Druck gerät. Nach der Vorstellung symptomatischer Begriffe ("Hystorien", "Moralitis") werden normative Begriffe ("Neutralität", "Überwältigung", "Kontroversität") untersucht. Grundlage der Analyse sind programmatische Orientierungsrahmen: die "Frankfurter Erklärung für eine kritisch-emanzipatorische politische Bildung" (2015), der "Beutelsbacher Konsens" (1976) und die "Kinder- und Jugendberichte" von 2016, 2020 und 2024. Abschließend entwickelt der Beitrag konkrete Handlungsansätze für eine kompetenzorientierte politische Bildungspraxis, zieht didaktische Konsequenzen und stellt sieben praktische Aufgaben vor, die zentrale Aspekte politischer Urteilskraft - wie Dialogkompetenz, Affektsensibilität, Perspektivwechsel, Humorfähigkeit und Kontextbezug - erfahrbar machen. Politische Bildung wird phänomenologisch beschrieben, mit dem Ziel zu verstehen, was sich zeigt und wie. Im Zentrum steht die Frage, wie politische Bildung Haltung zeigen kann, ohne zu überwältigen, und Kontroversität ermöglicht, ohne in Beliebigkeit zu kippen.
Keywords: Civic Education; Democratic Pedagogy; Professional Neutrality; Beutelsbach Consensus; Frankfurt Declaration; Political Judgment; Ambiguity Tolerance; Media Literacy; Experiential Learning; Affect Formation (search for similar items in EconPapers)
Date: 2025
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DOI: 10.56250/4080
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