Transparente Kommunikation stärkt lokale Transformationsakzeptanz: Ergebnisse eines kleinräumigen Befragungsexperiments
Matthias Diermeier,
Konrad Doliesen,
Armin Mertens and
Jan Wendt
No 1/2026, IW policy papers from Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute
Abstract:
Die industrielle Transformation wird Deutschland in den kommenden Jahrzehnten verändern - durch Umbauten von Industriestandorten, neue Leitungsinfrastrukturen und den Ausbau erneuerbarer Energien. Eine kleinräumige Vermessung des aktuellen Planungsstands zeigt: Knapp die Hälfte der Bevölkerung wird vor Ort überhaupt keine, ein Viertel nur geringfügige Veränderungen erleben. Lediglich ein Viertel der Menschen lebt in Regionen mit hoher Relevanz von Transformationsinfrastrukturen. In Regionen mit großen anstehenden Veränderungen ist ein kritischer Blick auf die anstehenden Veränderungen im Wohnumfeld ausgeprägter. Auch dort nimmt jedoch nicht einmal jeder Fünfte die lokale Transformation als negativ wahr - eine große Gruppe (38,6 Prozent) ist hingegen unentschieden. Gerade was die Umsetzung von neuen Transformationsinfrastrukturen wie Wasserstoff- oder CO2-Leitungen angeht, fühlt sich eine überwältigende Bevölkerungsmehrheit unzureichend informiert. In einem Befragungsexperiment wird gezeigt, dass sich die Transformationsablehnung durch Transparenz über eine große lokale Betroffenheit nicht weiter verfestigt. Dieser Befund ist auch daher bemerkenswert, da der Großteil der Bewohner von Regionen mit hoher Infrastrukturrelevanz die Betroffenheit im eigenen Wohnumfeld unterschätzt. Demgegenüber kann die lokale Transformationsakzeptanz sogar gestärkt werden, wenn auf einen offiziellen Planungsstand hingewiesen wird, der geringe oder keine Veränderungen ausweist. Diese Wirkung ist besonders ausgeprägt bei Personen mit hoher Besorgnis oder starker Heimatverbundenheit. Ganz besonders wird die Bewertung durch parteipolitische Präferenzen beeinflusst: Auffällig ist dabei, dass positive Informationen bei AfD-Sympathisanten nicht wirken. Die Befunde zeigen nicht nur, wie unterschiedlich die regionale Betroffenheit ausfällt, sondern auch, welche Kommunikationsstrategien daraus folgen können: Für nicht betroffene Regionen genügt die kommunikative Verbreitung des Planungsstands, während in stark betroffenen Gebieten partizipative Formate entscheidend sein können, um Widerstand lokaler Minderheiten zu vermeiden. Die Analyse belegt die Bedeutung der Kommunikation für eine erfolgreiche und gesellschaftlich kohäsive Dekarbonisierung.
Keywords: Demokratie und Gesellschaft; Demokratische Resilienz; Demokratischer Zusammenhalt; Klimapolitik; Rohstoffe und Energie (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
New Economics Papers: this item is included in nep-ger
References: Add references at CitEc
Citations:
Downloads: (external link)
https://www.econstor.eu/bitstream/10419/337487/1/1963116690.pdf (application/pdf)
Related works:
This item may be available elsewhere in EconPapers: Search for items with the same title.
Export reference: BibTeX
RIS (EndNote, ProCite, RefMan)
HTML/Text
Persistent link: https://EconPapers.repec.org/RePEc:zbw:iwkpps:337487
Access Statistics for this paper
More papers in IW policy papers from Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute Contact information at EDIRC.
Bibliographic data for series maintained by ZBW - Leibniz Information Centre for Economics ().