Nationale Kapitalanlagengarantien als Instrumente zur Förderung von Direktinvestitionen
Thomas Stern
No 45, Discussion Papers, Series II from University of Konstanz, Collaborative Research Centre (SFB) 178 "Internationalization of the Economy"
Abstract:
Wegen ihres hohen entwicklungspolitischen Stellenwertes ist die Steigerung von Direktinvestitionen als langfristiges Instrument zur Verbesserung der Verschuldenssituation der Länder der Dritten Welt anerkannt. Trotz dieser Erkenntnis blieben die Direktinvestitionen in Richtung der Entwicklungsländer in den letzten fünf Jahren hinter den Erwartungen zurück und erreichten lediglich einen Anteil von ca. 12 % an den Gesamtkapitalströmen. Wichtige Motive für die Zurückhaltung der Investoren in diesem Bereich sind die verschiedenartigen Hinderungsgründe, die hauptsächlich im Gastland lokalisiert sind und zu einer (weitgehenden) Kompensation der Standortvorteile führen. Ein wesentliches Entscheidungskriterium stellt in diesem Zusammenhang die Existenz politischer Risiken dar. Nationale Kapitalanlagenversicherungen sind in der Lage diese Risiken abzusichern und so wirtschaftliche Kalkulationsgrundlagen für die Investoren wiederherzustellen. Gleichwohl ist die Ouote der garantierten Auslandsinvestitionen immer noch relativ niedrig; sie beträgt für Deutschland momentan ungefähr 20 %. Dies liegt zum einen darin begründet, daß die nationalen Programme aufgrund ihrer politischen Zielsetzung und legislativen Einbindung verhältnismäßig starre Konditionen aufweisen und so nur träge auf aktuelle Bedürfnisse der Wirtschaft reagieren können, zum anderen daran, daß für den potentiellen Garantienehmer ein hoher bürokratischer Aufwand zu bewältigen ist. Diese Nachteile der ansonsten recht leistungsfähigen nationalen Agenturen macht sich ein rasch expandierender Markt privater Versicherer zu nutze und bietet individuell gestaltete Policen für Investitionen an, die nach den Bedingungen der nationalen Programme nicht für eine Garantie qualifizieren. Trotz der Tatsache, daß inzwischen viele der nationalen Schemata den neuen Formen unternehmerischer Kooperation Rechnung tragen, bleiben noch verschiedene Ansatzpunkte für eine Erweiterung und Verbesserung des bisher existierenden Garantieangebots. Die MIGA, die gegenwärtig von der Weltbank zu etablieren versucht wird, hat es sich u. a. zum Ziel gesetzt, Lösungen für diese Problempunkte im Rahmen ihres multinationalen Konzepts zur Verfügung zu stellen. Tatsächlich verspricht ihre Konzeption eine weitere substantielle Optimierung des globalen Garantieangebots. Unter der Voraussetzung, daß die noch ungelösten Fragen mit denen sich MIGA, v. a. im Hinblick auf die Kooperation mit den nationalen Agenturen sowie in administrativer Hinsicht konfrontiert sieht, bewältigt werden können, ist eine graduelle Steigerung der Direktinvestitionstätigkeit in den Entwicklungsländer zu erwarten.
Date: 1988
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