Interessen und Souveränität statt "Wahrheit und Liebe": Trotz starker Worte: Tschechiens Außenpolitik bleibt pragmatisch
Kai-Olaf Lang
No 10/2026, SWP-Aktuell from Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), German Institute for International and Security Affairs
Abstract:
Am 15. Januar 2026 hat die tschechische Abgeordnetenkammer der von Andrej Babiés geführten Koalitionsregierung das Vertrauen ausgesprochen. Damit wurde der Prozess des Machtwechsels abgeschlossen, der durch die Parlamentswahlen von Anfang Oktober 2025 eingeleitet worden war. Das Regierungsbündnis aus der Partei ANO des Ministerpräsidenten, der ultranationalistischen SPD und der rechtsnationalen Autofahrerpartei ("Motoristen") hat sich in der Außen- und Europapolitik einen Kurswechsel auf die Fahnen geschrieben. Es will von der proeuropäischen und Ukraine-freundlichen Politik der Mitte-Rechts-Regierung des Premierministers Fiala abrücken. Ungeachtet einer markigen Rhetorik und der radikalen Parolen der schwer kontrollierbaren kleineren Koalitionsparteien, wird es aber in der politischen Praxis nicht zu einer Kehrtwende, sondern eher zu einer graduellen Neuausrichtung kommen. Ministerpräsident Babiés sieht sich trotz der Kritik an der Vorgängerregierung auch als Garant von Kontinuität und vor allem als Pragmatiker. Deutschland sollte daher weiter einen Ansatz des Engagements und der Kooperation mit Tschechien verfolgen.
Keywords: Macinka; Petr; ANO; Motoristen; Motoristé sobě; SPD; Svoboda a přímá demokracie; SPOLU; Bürgermeisterpartei; STAN; Patrioten für Europa; Slavk (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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DOI: 10.18449/2026A10
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