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Die "weiße Industrie" auf dem schwarzen Kontinent: Afrika-Tourismus mit Fragezeichen

Anton Gälli

ifo Schnelldienst, 1990, vol. 43, issue 25, 25-41

Abstract: Afrikas Weltanteil am Tourismus liegt bei 3,2 % und die Zahl der eigentlichen Touristen beläuft sich auf 6-7 Mio. Der gesamte Kontinent liegt damit auf einem Niveau, das von kleinen europäischen Ländern wie Ungarn oder Schweiz allein erreicht wird. Von dem gesamten Afrikatourismus konzentrieren sich 55% auf Nordafrika, 21% auf Südafrika, 12% auf Westafrika, 10,5% auf Ostafrika und weniger als 2% auf Zentralafrika. Die touristische Infrastruktur ist noch sehr unbefriedigend, obwohl 1987 für 10,1 Mio. Ankünfte von Ausländern rund 265.000 Hotelzimmer mit 515.000 Betten zur Verfügung standen, aber mit enormen baulichen Mängeln im Bereich der Mittelklassehotels. Der Anteil an den eingenommenen Reisedevisen gemessen an den gesamten Exporterlösen in Afrika ist höher als in allen anderen Kontinenten (1988: 9,6% gegenüber einem Weltdurchschnitt von 7%), und in wichtigen afrik. Ländern sind die Einnahmen aus dem Reiseverkehr pro Kopf mit etwa 15 US-$ gegenüber 256 US-$ in den europäischen OECD-Ländern bereits die zweit- oder drittwichtigste Devisenquelle. Trotz der insgesamt unbefriedigenden Situation des Tourismus hat er in einigen Ländern einen hohen Stellenwert erreicht. Am Beispiel von Ägypten, Marokko, Kenia und Namibia wird versucht, Probleme und Chancen der "weißen Industrie" im schwarzen Kontinent zu umreißen. Ein wichtiges Ergebnis ist, daß die ohnehin in vielen Bereichen gefährdete Natur und Kultur Afrikas durch einen massierten Tourismus eine vermehrte Bedrohung erfährt, und nur eine dosierte und sorgfältig kontrollierte Entwicklung wird diesem Faktum Rechnung tragen können.

Keywords: Tourismus; Afrika; Kultur; Infrastruktur; Devisenbilanz; Gastgewerbe; Export; Ägypten; Marokko; Kenia (search for similar items in EconPapers)
Date: 1990
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