Landwirtschaft in Polen: trotz großen Privatsektors Verlierer im Reformprozeß
Elske Mohr
ifo Schnelldienst, 1993, vol. 46, issue 04, 15-27
Abstract:
Als Polen 1989/90 mit radikalen Reformen den Weg in die Marktwirtschaft einschlug, war man davon ausgegangen, daß der Agrarsektor aufgrund des großen Anteils privater Betriebe einen wesentlichen Beitrag zu einem möglichst reibungslosen Übergang der Gesamtwirtschaft leisten könnte. Inzwischen ist deutlich geworden, daß die aus den Reformmaßnahmen resultierenden neuen Rahmenbedingungen - überproportionale Verteuerung der Betriebsmittel, sinkende Verbrauchernachfrage, erhebliche Verteuerung der Kredite, verschärfte Importkonkurrenz - nicht nur die unflexiblen Staatsbetriebe, sondern auch die Privatbauern deutlich überfordern. Obwohl die Verbesserung der völlig unzulänglichen Betriebsstruktur langfristig ein Hauptziel der polnischen Agrarpolitik sein muß, kann der Strukturwandel auf absehbare Zeit nicht forciert werden, denn der Agrarsektor muß seine Pufferfunktion im Arbeitsmarkt vorläufig beibehalten. Durch die beschleunigte Privatisierung und Umstrukturierung der Betriebe in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen sowie ein modernisiertes Ausbildungs- und Bertatungssystem ließe sich allerdings die Wettbewerbsfähigkeit des polnischen Agrarangebots steigern. Die Bildung von Erzeugerzusammenschlüssen könnte die Marktposition der Landwirte stärken und dazu beitragen, daß sich die Preis-Kostenschere wenigstens nicht noch weiter öffnet.
Keywords: Polen; Landwirtschaft; Privatwirtschaft; Politische Reform; Produktionskapazität; Agrarstruktur; Ungarn; Tschechoslowakei; Deutschland (search for similar items in EconPapers)
Date: 1993
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