Rekrutierung hochqualifizierter Arbeitskräfte im Ausland - zur Praxis anderer OECD-Länder
Wolfgang Ochel ()
ifo Schnelldienst, 2000, vol. 53, issue 08, 09-14
Abstract:
Der Vorschlag von Bundeskanzler Schröder, IT Spezialisten aus Osteuropa und aus Entwicklungsländern zu "importieren", hat eine lebhafte Debatte ausgelöst. Die Befürworter der Initiative verweisen darauf, dass ohne ausländische Fachkräfte die Entwicklung der IT Branche in Deutschland beeinträchtigt werde. Die Gegner erkennen die Existenz eines Fachkräftedefizits an, wollen es aber durch Aus- und Weiterbildung deutscher Arbeitskräfte reduzieren. Teilweise lehnen sie die "Green-Card-Initiative" Schröders aber auch ab, weil sie darin den Auftakt zu einer Einwanderungspolitik sehen. In den meisten OECD-Ländern gehört der Rückgriff auf ausländische Fachkräfte zur gängigen Praxis. Allerdings nutzen sie das Potential hochqualifizierter Ausländer in unterschiedlicher Weise. Die angelsächsischen Länder, allen voran Australien, Kanada und die Vereinigten Staaten, holen viele Ausländer ins Land. Auch Japan und Korea erteilen befristete Arbeitsgenehmigungen in größerer Zahl. Lediglich Frankreich und die Niederlande verhalten sich eher restriktiv gegenüber dem temporären Zuzug von Fachkräften aus EU-Drittstaaten. Deutschland hat sich zwar bisher schon für qualifizierte Arbeitskräfte aus Industrieländern geöffnet (allerdings unter Arbeitsmarktvorbehalt); angesichts der personellen Engpässe im IT Bereich wäre es aber wünschenswert, auch die befristete Beschäftigung von Experten aus Osteuropa und den Entwicklungsländern zu gestatten. Gleichzeitig sollten Sofortmaßnahmen im Aus- und Weiterbildungsbereich eingeleitet werden, um das Angebot an IT-Fachleuten in Deutschland zu steigern.
Keywords: Hochqualifizierte Arbeitskräfte; Arbeitsnachfrage; Arbeitsmarktflexibilisierung; OECD-Staaten; Deutschland (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: J20 J21 J23 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2000
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