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Geldpolitik in den USA - die Fed in der Zinsfalle?

Gerhard Illing

ifo Schnelldienst, 2004, vol. 57, issue 06, 31-37

Abstract: Seit dem Einbruch der Aktienmärkte Anfang 2000 hat die Fed durch massive Liquiditätszufuhr versucht, die amerikanische Wirtschaft zu stabilisieren. Ein wesentliches Motiv war die Befürchtung, die amerikanische Wirtschaft könne in eine Liquiditätsfalle geraten. Motiviert von der Überzeugung, die beste Strategie liege darin, rechtzeitig gegenzusteuern, verfolgte die Fed eine aggressive Politik wiederholter Zinssenkungen. Die Geldmarktzinsen sind mit derzeit 1% auf einen seit fast 50 Jahren nicht mehr erreichten Tiefstand gesunken. Mittlerweile werden aber immer mehr Stimmen laut, die davor warnen, eine Überversorgung mit Liquidität durch die Fed trage zu einer Überbewertung von Aktienkursen und Immobilienpreisen bei. Die niedrigen Zinsen ermuntern zu exzessiver Verschuldung und bergen so die Gefahr, dass sich strukturelle Ungleichgewichte aufbauen, die in Zukunft eine umso höhere Krisenanfälligkeit der amerikanischen Wirtschaft zur Folge haben. Prof. Dr. Gerhard Illing, Universität München, zeigt im vorliegenden Aufsatz, dass die stark gestiegene Verschuldung des privaten Sektors in der Tat die amerikanischen Haushalte anfälliger macht für Schwankungen von Zinsen, Einkommen und Immobilienpreisen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Fed statt vor einer Liquiditätsfalle nunmehr also vor der umgekehrten Zinsfalle steht - der Gefahr, dass angesichts der Verschuldungsdynamik ein Anstieg der Zinsen gravierende negative Konsumeffekte auslösen könnte und dass somit der Handlungsspielraum für Geldpolitik künftig stark eingeschränkt ist.

Keywords: Geldpolitik; Volatilität; Finanzmarkt; Börsenkurs; Immobilienpreis; Zins; Private Verschuldung; Vereinigte Staaten (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: E40 E50 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2004
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