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Ist eine europäische Ratingagentur sinnvoll, und wie sollte sie organisiert sein?

Erich Harbrecht, Martin Wieland, Ralf Elsas and Ottmar Schneck

ifo Schnelldienst, 2010, vol. 63, issue 01, 03-11

Abstract: Die Fehlleistungen der marktbeherrschenden US-amerikanischen Ratingagenturen ließen den Wunsch nach Etablierung einer großen europäischen Ratingagentur laut werden. Erich Harbrecht und Martin Wieland, Deutsche Bundesbank, halten eine Forderung nach einem Gegengewicht zu US-Agenturen nicht für sinnvoll. Die Fehleinschätzungen der Ratingagenturen bei strukturierten Finanzprodukten waren »methoden- und produktspezifisch«, nicht hingegen in einzelnen Regionen besonders ausgeprägt. Wichtig seien international konsistente Rahmenbedingungen, die unabhängig von der nationalen Verankerung der Agenturen Anreize für eine hohe Qualität bei der Erstellung von Ratingurteilen fördern. Auch seien die Nutzer von Ratings – Investoren und Regulierer – in der Pflicht, ihren Umgang mit Ratings zu überdenken. Aus Sicht von Ralf Elsas, Ludwig-Maximilians-Universität München, ist eine Regulierung von Ratingagenturen erforderlich, die Transparenz hinsichtlich der Geschäftsaktivitäten, Vergütungsstrukturen und der Eigenschaften des Produkts Ratings schafft. Für die notwendige Aufsicht über Ratingagenturen seien erweiterte Offenlegungspflichten gegenüber der Öffentlichkeit und Regulatoren unabdingbar. Man sollte eine Art »Rating-TÜV« schaffen. Für Ottmar Schneck, Hochschule Reutlingen, stellen sich keine Fragen zur Organisation von Ratingagenturen, und auch die Größe und Internationalität der Agentur sei nicht entscheidend, wenn der Fokus auf die Qualität des Prozesses gelegt werde. Deshalb sollte auf Validität, Reliabilität, Objektivität der Ratingprozesse geachtet werden.

Keywords: Finanzkrise; Bewertung; Wettbewerb; Finanzmarkt; Regulierung; Europa; Vereinigte Staaten; Ratingagentur (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: E50 G10 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2010
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