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Eurobonds: Kann eine Unterteilung in »Blue Bonds« und »Red Bonds« das Risiko für die Euroländer minimieren?

Martin Schütte, Nicholas Blanchard, Michael Hüther and Bernd Lucke ()

ifo Schnelldienst, 2012, vol. 65, issue 04, 03-15

Abstract: Kann der Vorschlag zur Einführung von »Blue Bonds« und »Red Bonds« das Risiko für die Euroländer minimieren? Demnach könnte bis zu einer Obergrenze für die Schuldenstandsquote eine Finanzierung durch gemeinsame Euroanleihen mit gesamtschuldnerischer Haftung, sog. »Blue Bonds«, erfolgen, darüber hinaus müssten die Staaten nationale Anleihen, sog. »Red Bonds«, emittieren, die mit deutlich höheren Zinsen ausgestattet sein dürften. Nach Meinung von Martin Schütte, ehem. Vorstandsmitglied der HypoVereinsbank/Bayer. Hypotheken- und Wechsel-Bank AG sowie Lehrbeauftragter und Honorarprofessor der Universität München, und Nicholas Blanchard, Managing Director UniCredit Markets & Investment Banking, könnte die Teilung des Eurobond-Markts in erst- und nachrangige Papiere eine Chance bieten, die wesentlichen Nachteile und Risiken einheitlicher Eurobonds zu vermeiden und trotzdem die erhofften positiven Wirkungen zu realisieren. Michael Hüther, Institut der deutschen Wirtschaft Köln, dagegen sieht auch in der Blue-Red-Variante der Eurobonds ein fragwürdiges Instrument. Die von den Verfechtern dieser Idee akzeptierte tiefere Fiskalintegration sei viel zu unspezifisch, um damit den Schritt zu Euroanleihen rechtfertigen zu können. Nach Ansicht von Bernd Lucke, Universität Hamburg und Indiana University, Bloomington, ist dieser Vorschlag als Alternative zum Status quo nicht überzeugend. Bewirkt würde lediglich eine Vergemeinschaftung eines Teils der länderspezifischen Risiken, und dies ohne finanziellen Ausgleich für die versichernden Länder. Der Disziplinierungseffekt für die verschuldeten Länder sei fraglich und wäre, selbst wenn er anfangs konstatiert werden könnte, wahrscheinlich einer schleichenden Erosion ausgesetzt.

Date: 2012
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