Wandel zur Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft fördert Ausweitung der Sonntagsarbeit
Jürgen Schupp
DIW Wochenbericht, 2001, vol. 68, issue 27, 410-419
Abstract:
Seit Jahren wird heftig darüber debattiert, ob die gesetzlichen Sonderregelungen zur Sonn- und Feiertagsarbeit ausgeweitet oder eingeschränkt werden sollen. Insbesondere Kirchen und Gewerkschaften warnen vor einer schleichenden Aushöhlung des Sonntagsschutzes und wehren sich unter Berufung auf das Grundgesetz gegen Versuche, die Sonntagsarbeit auszuweiten. Dies könnte sich jedoch auf mittlere Sicht ändern, wenn der gesetzliche Rahmen dies zulässt. Die Frage, ob er es sollte, lässt sich ohne Werturteil nicht beantworten. Hilfreich ist aber ein internationaler Vergleich. Er zeigt, dass Sonntagsarbeit eine Gefährdung von familiärer und sozialer Integration darstellen kann. Das gesellschaftliche Gut des arbeitsfreien Sonntags und damit der "koordinierten Freizeit" in kurzem gleichbleibendem Rhythmus sollte daher auch künftig gewahrt bleiben und besonderen gesetzlichen Regulierungen unterliegen. In der Tat ist die Bedeutung von Sonn- und Feiertagsarbeit - in Ostdeutschland mehr als in Westdeutschland - ständig gewachsen. Am stärksten expandierte sie in den letzten drei Jahren bei den öffentlichen und privaten Dienstleistungen. Allerdings ist sie noch keineswegs zur Norm geworden; rund ein Viertel aller Beschäftigten ist heute davon betroffen. Bei zunehmender Zahl der Beschäftigten verharrt die Zahl derer, die regelmäßig sonntags arbeiten, allerdings auf dem Niveau von Mitte der 90er Jahre.
Date: 2001
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