Urlaub in Deutschland: Erwerbstätige nutzen ihren Urlaubsanspruch oftmals nicht aus
Christian Saborowski,
Jürgen Schupp and
Gert Wagner
DIW Wochenbericht, 2004, vol. 71, issue 15, 171-176
Abstract:
Deutschland wird immer wieder als "Freizeitpark" bezeichnet, in dem die Arbeitszeiten kurz, der Urlaub dagegen lang ist. Im internationalen Vergleich werden für inländische abhängig Beschäftigte nur 1 397 Stunden pro Jahr statistisch ausgewiesen, in den USA und Japan dagegen 1 829 bzw. 1 840 Stunden. Besonders in der verarbeitenden Industrie liegt Deutschland beim Jahresurlaub und bei bezahlten Feiertagen vorn. Die vom DIW Berlin zusammen mit Infratest Sozialforschung erhobenen Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigen freilich, dass 30 % der abhängig Beschäftigten ihren Jahresurlaub 1999 nicht vollständig ausgenutzt haben. Von den etwa 936 Mill. Tagen Urlaubsanspruch, die sich aus den Angaben der Befragten ergeben, wurden nur rund 870 Mill. Tage effektiv genommen. Von 28 Tagen Urlaubsanspruch nahmen die Befragten im Durchschnitt nur 26 Tage. Da unter denjenigen, die einen verkürzten Jahresurlaub nehmen, besonders viele jüngeren Alters sind, die Überstunden machen und hoch qualifiziert sind, kann man annehmen, dass sie die zusätzlichen Arbeitstage als Investition in ihr Humankapital bzw. ihre Karriere betrachten. Selbständige nahmen im Jahre 1999 durchschnittlich nur 14 Urlaubstage. Hingegen schöpften Beamte, darunter auch Beamte in höherer Stellung, ihren Jahresurlaub (im Schnitt 30 Urlaubstage) nach eigenen Angaben weitgehend aus.
Date: 2004
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