EconPapers    
Economics at your fingertips  
 

Russischer Bankensektor: sieben Jahre nach der Krise noch ungelöste Probleme

Alfred Steinherr and Erik Klär ()

DIW Wochenbericht, 2005, vol. 72, issue 32, 469-476

Abstract: Die Währungs- und Finanzmarktkrise vom Sommer 1998, ausgelöst durch internationale Kapitalumschichtungen im Gefolge der Asienkrise, brachte die russischen Geschäftsbanken in erhebliche Schwierigkeiten. Praktisch der gesamte Bankensektor war von akuten Liquiditätsproblemen betroffen. Die Hauptursache der Bankenkrise ist in der mangelhaften oder gänzlich fehlenden Regulierung im Bankensektor zu sehen; dies begünstigte die Inkaufnahme hoher Wechselkursrisiken bei Verbindlichkeiten in ausländischer Währung sowie Kreditvergaben mit beschränkter Risikodiversifikation, was sich im Zuge der Krise als fatal erwies. Nach westlichem Empfinden unorthodox war auch die Lösung der Krise durch die russischen Behörden, die ohne wesentliche Umstrukturierungen im Bankensektor auskam und mit erstaunlich geringen volkswirtschaftlichen Kosten bewerkstelligt wurde. Der Erfolg in Form durchgängig guter Wachstumsraten nach 1998 liefert jedoch nur scheinbar die Rechtfertigung für diese Versäumnisse, denn die relativschwache Verfassung des Bankensektors in Russland - im Vergleich zu anderen Transformationsökonomien - stand sicherlich einer noch besseren wirtschaftlichen Entwicklung im Wege. Wenngleich einige jüngere Gesetzesinitiativen auf eine Verbesserung der Situation hoffen lassen, stehen doch weiterhin starke Partikularinteresseneiner gesamtwirtschaftlich optimalen und wünschenswerten Umstrukturierung der Bankenlandschaft entgegen.

Date: 2005
References: Add references at CitEc
Citations: Track citations by RSS feed

Downloads: (external link)
http://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.43445.de/05-32-1.pdf (application/pdf)

Related works:
This item may be available elsewhere in EconPapers: Search for items with the same title.

Export reference: BibTeX RIS (EndNote, ProCite, RefMan) HTML/Text

Persistent link: https://EconPapers.repec.org/RePEc:diw:diwwob:72-32-1

Access Statistics for this article

DIW Wochenbericht is currently edited by Pio Baake, Tomaso Duso, Marcel Fratzscher, Peter Haan, Claudia Kemfert, Alexander Kritikos, Alexander Kriwoluzky, Stefan Liebig, Lukas Menkhoff, Claus Michelsen, Karsten Neuhoff, Carsten Schröder, C. Katharina Spieß, Katharina Wrohlich, Gritje Hartmann and Wolf-Peter Schill

More articles in DIW Wochenbericht from DIW Berlin, German Institute for Economic Research Contact information at EDIRC.
Bibliographic data for series maintained by Bibliothek ().

 
Page updated 2021-03-28
Handle: RePEc:diw:diwwob:72-32-1