Sozialer Rohstoff: "Den meisten Menschen kann man vertrauen."
Niels Michalski and
Jürgen Schupp
DIW Wochenbericht, 2009, vol. 76, issue 34, 570-579
Abstract:
Vertrauen ist in den letzten Jahren zu einem ambivalenten Schlüsselbegriff geworden, der in Debatten um den vermeintlichen Vertrauensverlust im öffentlichen Leben wie gegenüber Politikern und Institutionen aufgegriffen wird. Der Begriff wird auch als Ursache für die Krise auf den globalen Finanzmärkten herangezogen, etwa aufgrund des zu hohen Grades an "blindem Vertrauen" bei Kreditnehmern und Kreditgebern. Nach den 2003 und 2008 erhobenen Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zum persönlichen Vertrauen von in Deutschland lebenden Erwachsenen beträgt der Anteil der Personen, die ein hohes Maß an Vertrauen in Mitmenschen äußern, stabil 14 Prozent. Der Anteil derjenigen, die zu beiden Zeitpunkten einen geringen Grad an Vertrauen angaben, liegt bei etwa 40 Prozent. Bei Erwachsenen, die in den alten Bundesländern leben, ist das Vertrauensniveau höher als in Ostdeutschland. Während arbeitslos Gemeldete eher geringes Vertrauen haben, verfügen Akademiker und Selbständige über das höchste Vertrauensniveau. Für das Maß an Vertrauen spielen unveränderbare oder nur wenig entwickelbare Persönlichkeitsmerkmale wie Offenheit und Gewissenhaftigkeit eine Rolle, aber auch sozio-demografische Merkmale sowie die kurzfristige gesellschaftliche Integration. Die gesellschaftliche Ressource "Vertrauen" ist also auch gesellschaftlich beeinfluss- und herstellbar.
Keywords: SOEP; Trust; Social capital (search for similar items in EconPapers)
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Date: 2009
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