Piraterie in Somalia: ein gutes Geschäft für Viele
Anja Shortland ()
DIW Wochenbericht, 2010, vol. 77, issue 29, 2-6
Abstract:
Die Piraterie am Horn von Afrika hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen: 217 Schiffe berichteten 2009, von somalischen Piraten angegriffen worden zu sein. Obwohl damit weniger als ein Prozent aller Schiffe, die den Golf von Aden 2009 durchquerten, angegriffen wurde, sorgt somalische Piraterie für erhebliche wirtschaftliche Kosten und Störungen. Einige Schiffe meiden inzwischen routinemäßig die Region, und die geschätzten zusätzlichen Kosten für Seetransportversicherungen wurden für 2009 auf etwa 400 Millionen US-Dollar geschätzt. Internationale Seestreitkräfte, die seit August 2008 im Golf von Aden präsent sind, sollen die Lieferung von Lebensmittelhilfen an notleidende Somalier sicherstellen, den Schiffsverkehr im Golf von Aden schützen und die Bedrohung der Seefahrt durch Piraten in der Region eindämmen. Die Präsenz der Marine hat zwar einen explosionsartigen Anstieg der Piraterie im Golf von Aden verhindert, sie scheint aber keinen nachhaltig abschreckenden Effekt gehabt zu haben. Die privaten Schifffahrtsunternehmen kooperieren zu wenig mit der Marine, und das Risiko der Piraten, bei Begegnungen mit der Marine verletzt oder verhaftet und vor Gericht gestellt zu werden, ist relativ gering. Eine starke Zentralregierung, die in Somalia für Recht und Ordnung sorgt, ist nicht in Sicht, und eine Verbesserung der lokalen politischen Stabilität und Sicherheit würde den Piraten eher nutzen als schaden. Der vielversprechendste Weg zu einer Lösung des Problems von der Landseite aus wäre die Einrichtung und Finanzierung einer somalischen Küstenwache. Dies würde nicht nur ehemaligen Piraten eine alternative Beschäftigung, sondern somalischen Fischern auch neue Chancen bieten.
Keywords: Piracy; Underdevelopment; State infrastructure (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: H76 K42 O18 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2010
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