EconPapers    
Economics at your fingertips  
 

Ausländische Unternehmensübernahmen: keine negativen Folgen für Beschäftigung und Produktivität

Anselm Mattes ()

DIW Wochenbericht, 2010, vol. 77, issue 42, 2-7

Abstract: Wenn ausländische Unternehmen im Rahmen von Unternehmensübernahmen und -fusionen die Kontrolle über deutsche Betriebe übernehmen, befürchten Regierungsvertreter und Gewerkschaften oftmals Produktionsverlagerungen ins Ausland sowie den Verlust von Einfluss und Arbeitsplätzen. Die aktuell diskutierte Übernahme des Hochtief-Konzerns durch einen spanischen Konzern ist dafür ein Beispiel. Insgesamt sind etwa drei Prozent der deutschen Betriebe in ausländischem Mehrheitseigentum. Diese Betriebe beschäftigen etwa sieben Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland. Sie sind nicht nur größer, sondern auch produktiver und stärker exportorientiert als der Durchschnitt der Betriebe. Die Betriebe in ausländischem Eigentum wurden zum Teil in Deutschland neu gegründet, in vielen Fällen wurden aber auch vorhandene Betriebe übernommen. Bevorzugte Ziele ausländischer Übernahmen sind sowohl hochproduktive als auch relativ unproduktive Betriebe. Unternehmen mit durchschnittlichem Produktivitätsniveau werden hingegen weniger häufig übernommen. Eine Analyse der Auswirkungen ausländischer Übernahmen zeigt, dass es - zumindest kurzfristig - keine signifikanten Effekte auf die Zahl der Beschäftigten und die Produktivität gibt. Dies bedeutet, dass weder globalisierungskritische Befürchtungen (ausländische Direktinvestoren als Heuschrecken) noch Hoffnungen auf deutliche Produktivitätssteigerungen begründet sind. Existierende formelle und informelle Beschränkungen ausländischer Unternehmensübernahmen sind damit nicht notwendig und potentiell schädlich.

Keywords: M&A; Inward FDI; Foreign takeover; Employment; Productivity (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: F23 J23 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2010
References: Add references at CitEc
Citations: Track citations by RSS feed

Downloads: (external link)
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.362774.de/10-42-1.pdf (application/pdf)

Related works:
This item may be available elsewhere in EconPapers: Search for items with the same title.

Export reference: BibTeX RIS (EndNote, ProCite, RefMan) HTML/Text

Persistent link: https://EconPapers.repec.org/RePEc:diw:diwwob:77-42-1

Access Statistics for this article

DIW Wochenbericht is currently edited by Tomaso Duso, Marcel Fratzscher, Peter Haan, Claudia Kemfert, Alexander Kritikos, Alexander Kriwoluzky, Stefan Liebig, Lukas Menkhoff, Karsten Neuhoff, Carsten Schröder, Katharina Wrohlich and Sabine Fiedler

More articles in DIW Wochenbericht from DIW Berlin, German Institute for Economic Research Contact information at EDIRC.
Bibliographic data for series maintained by Bibliothek ().

 
Page updated 2022-08-18
Handle: RePEc:diw:diwwob:77-42-1