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Finanzstabilität: Neue, detaillierte Datensätze erlauben Weiterentwicklung von Stresstests

Justus Inhoffen and Iman Lelyveld

DIW Wochenbericht, 2020, vol. 87, issue 3, 19-27

Abstract: Die Finanzkrise der Jahre 2008 bis 2010 hat deutlich gemacht, dass der Finanzaufsicht die nötigen Informationen fehlten, um Risikotreiber im Finanzsystem genau und rechtzeitig zu identifizieren. Um für künftige Krisen besser gewappnet zu sein, wurde eine Reihe von Gesetzgebungen in Europa und darüber hinaus verabschiedet. Umfang und Detailgrad der Daten, die seither auch aus zuvor unberücksichtigten Segmenten des Finanzsystems an die zuständigen Behörden geliefert werden, haben sich damit signifikant erhöht. Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass diese sogenannten granularen Datensätze bei Stresstests die Verflechtungen und die Stabilität der Marktteilnehmer transparenter machen. Deutlich wird, dass vor allem über börsennotierte Aktien die meisten Risiken weitergegeben werden und dies insbesondere über starke Verflechtungen im Inland. Trotz der hohen Kosten ist die Datenerhebung also notwendig, um intransparente Risikotreiber zu identifizieren und effektive Politikmaßnahmen herzuleiten. Die oft beklagten hohen Compliance-Kosten für die Marktteilnehmer könnten verringert werden, indem Berichtspflichten harmonisiert und Datenerfassungsprozesse standardisiert werden.

Keywords: Network analysis; interconnectedness; financial stability; stress-testing (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: C82 G20 L14 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2020
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