Das Sicherheitsgefühl in Deutschland ist sozial und regional ungleich verteilt
Anna Bindler and
Hannah Walther
DIW Wochenbericht, 2025, vol. 92, issue 30, 463-471
Abstract:
Das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung ist gesellschaftlich hoch relevant: Es beeinflusst individuelles Verhalten, Lebensqualität, Konsumverhalten und kann politische Einstellungen sowie staatliches Handeln prägen. Mithilfe von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und des Gleichwertigkeitsberichts der Bundesregierung 2024 werden die Entwicklung sowie die regionale und gesellschaftliche Verteilung des Sicherheitsempfindens in Deutschland analysiert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Kriminalitätsfurcht nicht nur mit realer Kriminalität zusammenhängt, sondern unabhängig davon zunehmen kann. Das zeigt sich zum Beispiel in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche. Regional ist ein deutliches Nord- Süd-Gefälle erkennbar: Kriminalität ist im Süden geringer und die Menschen fühlen sich dort sicherer als im Norden. Sozial ungleich verteilt zeigt sich Kriminalitätsfurcht besonders bei vulnerablen Gruppen: Menschen mit Migrationshintergrund fühlen sich tendenziell unsicherer. Junge Menschen, Männer, Personen mit Hochschulabschluss oder höherem Einkommen machen sich weniger Sorgen um die Kriminalitätsentwicklung. Um zu vermeiden, dass subjektive Wahrnehmung von Kriminalität und faktische Sicherheitslage auseinanderdriften, sollte eine verantwortungsvolle Berichterstattung und ein sachlicher Diskurs angestrebt werden. Medien und Politik sollten zur Aufklärung beitragen, statt Ängste zu verstärken.
Keywords: crime; crime perceptions; public security; regional inequality; social inequality (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: J10 K14 K42 R19 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2025
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