Geflüchtete wollen langfristig bleiben und Deutsche werden
Jörg Hartmann
DIW Wochenbericht, 2025, vol. 92, issue 35, 535-542
Abstract:
Der Erwerb der Staatsangehörigkeit markiert einen zentralen Schritt im Integrationsprozess von Zugewanderten. Eine Analyse auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigt: Immer mehr Geflüchtete, die zwischen 2013 und 2019 aus sechs Hauptherkunftsländern nach Deutschland kamen, wurden eingebürgert oder stellten einen Antrag. Der Anteil bereits Eingebürgerter stieg von 2,1 Prozent im Jahr 2021 auf 7,5 Prozent im Jahr 2023; die Zahl der Anträge verdreifachte sich im selben Zeitraum auf 25,7 Prozent. Über 98 Prozent der Befragten streben eine Einbürgerung an. Syrische Geflüchtete werden häufiger eingebürgert als Menschen aus anderen Herkunftsländern. 2023 behielten rund 88 Prozent der Eingebürgerten ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit – doppelte Staatsbürgerschaft ist verbreitet. Für eine erfolgreiche Einbürgerung spielen gute Deutschkenntnisse und eingebürgerte Partner*innen eine zentrale Rolle. Die Staatsangehörigkeitsrechtsreform 2024 dürfte durch die Verkürzung der notwendigen Aufenthaltsdauer die Anzahl der Einbürgerungen erhöhen, zugleich aber durch verschärfte Anforderungen die Selektivität verstärken und vulnerable Gruppen benachteiligen.
Keywords: refugees; naturalization; Germany (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: F22 K37 Z31 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2025
References: Add references at CitEc
Citations:
Downloads: (external link)
https://www.diw.de/documents/publikationen/73/diw_01.c.972124.de/25-35-4.pdf (application/pdf)
Related works:
This item may be available elsewhere in EconPapers: Search for items with the same title.
Export reference: BibTeX
RIS (EndNote, ProCite, RefMan)
HTML/Text
Persistent link: https://EconPapers.repec.org/RePEc:diw:diwwob:92-35-4
Access Statistics for this article
DIW Wochenbericht is currently edited by Tomaso Duso, Marcel Fratzscher, Peter Haan, Claudia Kemfert, Alexander Kritikos, Alexander Kriwoluzky, Stefan Liebig, Lukas Menkhoff, Karsten Neuhoff, Carsten Schröder, Katharina Wrohlich and Sabine Fiedler
More articles in DIW Wochenbericht from DIW Berlin, German Institute for Economic Research Contact information at EDIRC.
Bibliographic data for series maintained by Bibliothek ().