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Lokale Marktpreise können Stromkosten reduzieren

Karsten Neuhoff and Leon Stolle

DIW Wochenbericht, 2026, vol. 93, issue 13, 221-229

Abstract: Deutschland hat sich mit der Liberalisierung der Strommärkte 1998 für einen deutschlandweit einheitlichen Großhandelspreis entschieden. Regionale Unterschiede bei Angebot und Nachfrage werden dabei nicht berücksichtigt. Bei Netzengpässen werden Stromerzeuger bezahlt, um ihre Produktion anzupassen. Das führt zu steigenden Kosten, einer Überschätzung des Netzausbaubedarfs und mehr Bürokratie. Aktuell werden deswegen Reformen diskutiert, insbesondere eine Aufteilung der Einheitspreiszone, lokale Marktpreise und dynamische Netzentgelte. Während eine Aufteilung in große Preiszonen die Probleme nur begrenzt löst, können mit lokalen Marktpreisen die Kosten zur Lösung von Netzengpässen eingespart und zugleich Engpasserlöse erzielt werden. Diese können genutzt werden, um Marktteilnehmer gegen lokale Preisrisiken abzusichern. Für die Bestimmung lokal differenzierter dynamischer Netzentgelte, wie sie jüngst von der Bundesnetzagentur vorgeschlagen wurden, wären Prognosen von Angebot und Nachfrage in unerreichbarer Präzision nötig. Lokale Marktpreise werden hingegen in Echtzeit gestellt und sind auf diese Prognosen nicht angewiesen. Die breite internationale Erfahrung sollte genutzt werden, um lokale Marktpreise in Deutschland und anderen europäischen Ländern schnell umzusetzen.

Keywords: Locational pricing; zonal pricing; grid charges; congestion management; redispatch; electricity market design (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: D47 L51 Q41 Q48 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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Page updated 2026-03-26
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