Inflationsanpassung der Renten trotz positiver Aspekte keine überzeugende Alternative
Dominik Bursy,
Hermann Buslei,
Johannes Geyer and
Peter Haan
DIW Wochenbericht, 2026, vol. 93, issue 42, 647-656
Abstract:
In der rentenpolitischen Debatte wird vorgeschlagen, Renten zur Begrenzung des Beitragssatzanstiegs an die Inflation statt an die Lohnentwicklung zu koppeln. Der Bericht simuliert bis zum Jahr 2070 drei Varianten. Bei reiner Inflationsanpassung sinken Beitragssatz und Sicherungsniveau so stark, dass die gesetzliche Rentenversicherung ihre Rolle als Hauptsicherung im Alter nicht mehr erfüllen könnte. Werden Anwartschaften weiterhin mit den Löhnen angepasst und nur laufende Renten mit der Inflation fortgeschrieben, fallen Beitragssatzentlastung und Rückgang des mittleren Sicherungsniveaus moderat aus. Verzichtet man auf die Beitragsentlastung zugunsten höherer Renten bei Rentenbeginn, profitieren Personen mit kurzer Rentenbezugsdauer. Überzeugend ist die Inflationsanpassung dennoch nicht: Sie begünstigt allenfalls grob Gruppen mit unterdurchschnittlicher Lebenserwartung, führt in höherem Alter zu sehr niedrigen Renten und könnte bei hoher Inflation die finanzielle Stabilität der Rentenversicherung gefährden. Alternativ lässt sich der Beitragssatzanstieg durch einen verstärkten Nachhaltigkeitsfaktor begrenzen. Gruppen mit unterdurchschnittlicher Lebenserwartung könnten von Verbesserungen bei der Grundrente profitieren.
Keywords: Redistribution; pension adjustment; life expectancy; income distribution (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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