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Produktivität in der Bauwirtschaft: Trendwende erforderlich

Martin Gornig and Alexander Schiersch

DIW Wochenbericht, 2026, vol. 93, issue 43, 663-671

Abstract: Ob Wohnungsbau oder öffentliche Infrastruktur, für die Verteidigungsfähigkeit oder den Klimaschutz, überall muss mehr gebaut werden. Die Kapazitäten der Bauwirtschaft sind begrenzt. Damit öffentliche Investitionen nicht einfach zu höheren Preisen führen, müssen Produktivitätspotenziale erschlossen werden. Bei rückläufigem Arbeitskräftepotenzial kann dies nur durch eine Trendwende bei der Entwicklung der Arbeitsproduktivität gelingen. In den letzten Jahren ist die Arbeitsproduktivität im Baugewerbe fast durchgängig gesunken. Im Jahr 2025 lag sie um fast 30 Prozent unter dem Wert von 2010. Der negative Trend betrifft dabei alle Bausparten und Größenklassen. Anonymisierte Unternehmensdaten weisen auf eine große Heterogenität hin. Würde es gelingen, die Unternehmen mit unterdurchschnittlicher Produktivität auf den Medianwert je Wirtschaftszweig und Größenklasse zu heben, könnte die reale Bauleistung um rund zwölf Prozent gesteigert werden. Dafür müssten die in der Baubranche bereits vorhandenen fortschrittlichen Produktionsweisen schneller und breiter zur Anwendung kommen. Zudem könnte die öffentliche Hand durch entsprechende Ausschreibungsmodalitäten und Pilotprojekte Innovationsimpulse beispielsweise zum verstärkten Einsatz von Robotik auf den Baustellen setzen.

Keywords: Construction industry; labor productivity; firm heterogeneity (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: D24 L25 L74 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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