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Konjunktur aktuell: Konjunkturelle Flaute zum Jahresende 2012 – aber auch Anzeichen für eine mäßige Brise im neuen Jahr

Oliver Holtemöller, Hans-Ulrich Brautzsch (), Katja Drechsel, Sebastian Giesen, Martina Kämpfe, Tobias Knedlik, Axel Lindner, Brigitte Loose, Jan-Christopher Scherer, Birgit Schultz and Götz Zeddies
Authors registered in the RePEc Author Service: Katja Heinisch ()

Konjunktur aktuell, 2013, vol. 1, issue 1, 3-32

Abstract: Im Jahr 2012 war die konjunkturelle Dynamik fast überall in der Welt gering. Die Hauptursache dafür liegt in den Konsolidierungsnotwendigkeiten, die im Gefolge der Finanz- und Wirtschaftskrise in vielen fortgeschrittenen Volkswirtschaften entstanden sind. Schon seit dem Spätherbst gibt es allerdings Hinweise darauf, dass die wirtschaftlichen Aktivitäten im Lauf des Jahres 2013 wieder stärker zunehmen könnten. Ein kräftiger Aufschwung wird sich aber vorerst nicht ein-stellen, denn die Finanzpolitik wird vielerorts weiter-hin restriktiv wirken. In Deutschland hat die Auslandsnachfrage im Sep-tember und Oktober 2012 an Schwung verloren, und die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe ist zuletzt deutlich zurückgegangen. Auch die privaten Käufe und der Wohnungsbau haben im Herbst geschwächelt. Alles in allem dürfte die Produktion im vierten Quartal um 0,2% gesunken sein, sodass sich im Jahresdurch-schnitt ein Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,8% ergibt. Allerdings haben sich die Geschäfts-aussichten und die Auftragseingänge in der Industrie wieder verbessert. Sofern die Eindämmung der Euro-krise gelingt, dürfte sich die konjunkturelle Lage wie-der aufhellen und das BIP im Jahr 2013 um 0,7% und im Jahr 2014 um 1,5% zunehmen. Die Beschäftigung wird im Jahr 2013 in etwa stagnieren und erst im Jahr darauf mit 0,2% leicht steigen. Die Verbraucherpreis-inflation verharrt im Jahr 2013 bei 2% und wird im Jahr 2014 mit 1,8% etwas darunter liegen. Für das Jahr 2013 reicht das 66%-Prognose-intervall für die Wachstumsrate des BIP von −0,2% bis 1,6% und für das Jahr 2014 von −0,1% bis 3,2%. Die wesentlichen Risiken gehen von der Fiskalklippe in den USA und der andauernden Krise in einigen Ländern des Euroraums aus. Nach einem nahezu ausgeglichenen Haushalt im Jahr 2012 wird sich der Finanzierungssaldo des Staates im Jahr 2013 wieder leicht verschlechtern; das Finanzierungsdefizit beläuft sich auf 0,3% in Relation zum nominalen BIP. Im Jahr 2014 dürfte sich der negative Finanzierungssaldo etwas verringern.

Keywords: Konjunktur; Prognose; öffentliche Finanzen; Weltwirtschaft; Deutschland; Arbeitsmarkt (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: E17 E27 E37 E50 E60 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2013
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