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Konjunktur aktuell: Aufschwung in Deutschland bleibt verhalten

Hans-Ulrich Brautzsch (), Andrej Drygalla (), Katja Heinisch (), Oliver Holtemöller, Martina Kämpfe, Konstantin Kiesel, Axel Lindner, Jan-Brigitte Loose, Christopher Scherer, Birgit Schultz, Götz Zeddies, Peter Hennecke and Carsten-Patrick Meier

Konjunktur aktuell, 2015, vol. 3, issue 4, 155-179

Abstract: Im Sommer 2015 hat der Abschwung in China (vgl. Kasten 1) die Weltwirtschaft in Turbulenzen gestürzt. Aktienkurse und Erdölpreise gaben stark nach, ebenso wie die Währungen großer Schwellenländer. Die nicht mehr so dynamische Nachfrage aus China und niedrige Weltmarktpreise setzen der Wirtschaft wichtiger Rohstoff-exporteure schon seit einiger Zeit zu. Für die fortge-schrittenen Volkswirtschaften stehen die Chancen da-gegen gut, dass sie trotz der Wachstumsschwäche in den Schwellenländern (vgl. Kasten 2) auf ihrem moderaten Expansionskurs bleiben werden. Derweil befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem verhaltenen Aufschwung. Die Auslastung der gesamt-wirtschaftlichen Produktionskapazitäten hat im Frühjahr zugenommen und dürfte nun in etwa normal sein. Die Erwerbstätigkeit ist weiter gestiegen, wenn auch seit Mitte vergangenen Jahres etwas langsamer als im Durchschnitt der Zeit seit Überwindung der Rezession 2008/2009. Bei alldem ist der Verbraucherpreisanstieg kaum nennens-wert; hier wirkt sich der Verfall der Weltmarktpreise für Rohstoffe aus. Im weiteren Jahresverlauf dürfte das Ex-portgeschäft an Schwung verlieren, die inländische Ver-wendung aber wieder etwas stärker zulegen. Der deutsche Arbeitsmarkt wird zunehmend von Migra-tion beeinflusst (vgl. Kasten 5). In diesem Jahr spielt auch die hohe Zahl von Flüchtlingen eine Rolle. Eine Über-schlagsrechnung ergibt, dass im Jahr 2015 möglicher-weise knapp ein Viertel des Wanderungssaldos Deutschlands in Höhe von insgesamt 750 000 Personen auf Flüchtlinge zurückzuführen sein wird. Daraus resul-tiert eine Zunahme der Personen im erwerbsfähigen Alter, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, um etwa 128 000.

Keywords: Konjunktur; Prognose; öffentliche Finanzen; Deutschland; Arbeitsmarkt (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: E17 E27 E37 E50 E53 E60 E66 H68 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2015
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