Der polizeiliche Schusswaffengebrauch als Hochstressereignis – Potenziale im Schieß-/Nichtschießtraining am Beispiel der Polizei Nordrhein-Westfalen
Maximilian Haendschke ()
A chapter in Handbuch polizeiliches Einsatztraining, 2022, pp 825-843 from Springer
Abstract:
Zusammenfassung Der polizeiliche Schusswaffengebrauch gegen Personen stellt sowohl rechtlich als auch ethisch die Ultima Ratio polizeilicher Intervention dar. Folgt man der Grundannahme, dass im Regelfall im Rahmen der gesetzlichen Befugnisse von der Dienstwaffe Gebrauch gemacht wird, liegt in diesen Situationen regelmäßig eine Gefahr für die Gesundheit oder gar das Leben der handelnden Polizeivollzugsbeamt*innen oder Dritten vor. Kann diese Gefahr nur durch den Einsatz der Dienstwaffe abgewendet werden, stehen die Beamt*innen einem komplexen Anforderungsszenario im Kontext eigener Vulnerabilität gegenüber, welches teils in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung über Leben und Tod erfordern kann. Der hohe Stresspegel, der zweifelsohne anzunehmen ist, kann dabei die Handlungsfähigkeit (auch im Sinne einer professionellen Angemessenheit) eklatant beeinträchtigen und so gravierende Folgen für den Verlauf der Einsatzsituation haben. Das rückblickende Empfinden von Hilflosigkeit in Verbindung mit der Manifestation von Angstempfindungen kann sich langfristig auswirken und psychische Belastungsstörungen hervorrufen. Um Schusswaffengebräuchen als Hochstressereignissen optimal begegnen zu können, ist eine umfassende Trainingsvorbereitung erforderlich. Dazu ist neben motorisch repetitiven Handlungsabläufen und Simulationen möglichst repräsentativer Stressbelastung auch die ethische Einordnung und Reflexion der eigenen Handlungsoptionen unbedingt erforderlich, um die Trainierenden Schritt für Schritt an die zu erwartenden Schwierigkeiten und Herausforderungen heranführen zu können.
Date: 2022
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DOI: 10.1007/978-3-658-34158-9_44
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