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Whistleblowing: Eine Frage des Vertrauens

Peter Eberl () and Annika Jost ()
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Peter Eberl: Universität Kassel
Annika Jost: Universität Kassel

A chapter in Skandalfall Wirecard: Eine wissenschaftlich-fundierte interdisziplinäre Analyse, 2022, pp 437-457 from Springer

Abstract: Zusammenfassung Im Fall Wirecard ging viel Vertrauen in das Kontrollsystem und die beteiligten Organisationen verloren. Aufsichtsbehörden und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften haben ihre wichtige gesellschaftliche Funktion als Vertrauensintermediäre zwischen den Unternehmen auf der einen Seite und den Anlegern und Kunden auf der anderen Seite aufs Spiel gesetzt. Sie haben nämlich selbst an Vertrauen eingebüßt und sich damit als Vertrauensintermediäre diskreditiert. Die langfristigen gesellschaftlichen Konsequenzen dieses Vertrauensverlustes sind noch nicht absehbar. Der eigene Vertrauensverlust beruht wiederum auf einem mangelnden Vertrauen in sogenannte unternehmensexterne Whistleblower. Deren Hinweise wurden nicht nur ignoriert, sondern dezidiert als vertrauensunwürdig markiert. Wie der Fall Wirecard zeigt, geht es im Zusammenhang mit Fehlverhalten von und in Organisationen um komplexe Verflechtungen von Vertrauensbeziehungen. Der folgende Beitrag möchte zur Aufklärung dieser Verflechtungen aus organisationstheoretischer Sicht beitragen. Dabei verdeutlichen wir, dass die Vertrauensprobleme im Zuge des Wirecard Skandals vor allem auf eine mangelnde Wahrnehmung der Integrität der beteiligten Organisationen und deren Einschätzung der Integrität von Whistleblowern zurückzuführen sind. So werden eigentlich integre Whistleblower als nicht integer wahrgenommen und damit letztlich die eigene Integrität als kontrollierende Organisation infrage gestellt. Da derartige Integritätsprobleme nur zum Teil durch entsprechende Verfahren zum Umgang mit Whistleblowern aufgelöst werden können, halten wir organisationskulturelle Veränderungen für dringend geboten. Nicht zuletzt dadurch kann die konstruktive Funktion von Whistleblowing stärker in den „Köpfen“ der Mitglieder aller beteiligten Organisationen verankert werden.

Date: 2022
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DOI: 10.1007/978-3-658-35609-5_14

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