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Lokale Umweltbelastung und Armutssegregation: Eine räumliche Analyse in Bochum, vol 35

Franziska Pennekamp

in Wuppertaler Studienarbeiten zur nachhaltigen Entwicklung from Wuppertal Institute for Climate, Environment and Energy

Abstract: Während der Einfluss von Umweltbelastungen auf Gesundheitsschäden weithin nachgewiesen ist, ist ihr Einfluss auf Armutssegregation bislang weniger erforscht. Aufbauend auf theoretischen Überlegungen zu sozialer Ungleichheit und Segregation werden insbesondere Lärmbelastung, Luftverschmutzung und Hitzetage als relevante Umweltfaktoren bestimmt, deren gesundheitliche Risiken in der Forschungsliteratur gut dokumentiert sind und deren Einfluss auf Armutssegregation geprüft werden soll. Konkretes Ziel war es, zu prüfen, ob und inwieweit die lokalen Umweltbelastungen als Kontextfaktoren in Bochum einen Einfluss auf die räumliche Verteilung des ökonomischen Kapitals der Einwohner*innen auf Quartiersebene haben. Auf Basis mehrerer kombinierter Datensätze wurde ein räumliches Maximum-Likelihood Regressionsmodell hergeleitet, das klassische Segregationsvariablen um ökologische Einflussgrößen erweitert und Nachbarschaftseffekte mit einbezieht. Weiter ergänzt wurde es durch Equilibrium Effekte, zur Interpretation langfristiger Auswirkungen. Im Vorfeld erfolgten uni- und bivariate Analysen und Korrelationen, um die Daten einzuordnen sowie eine Vereinheitlichung der Daten auf ein gemeinsames räumliches Format. Die Analyse zeigt, dass Lärmbelastung und Luftverschmutzung jeweils eigenständige schwach negative Regressionskoeffizienten und die Hitzebelastung einen etwas stärkeren, leicht negativen Koeffizienten aufweisen. Die Kontrollvariablen zeigen hingegen in die gegengesetzte, positive Richtung. Den höchsten Einfluss auf die durchschnittliche Kaufkraft pro Haushalt weist der Anteil an Abiturient*innen auf. Zwischen diesem und den Umweltbelastungen liegt der Einfluss der 65-Jährigen und Älteren. Die Equilibrium-Effekte behalten diese Effekte geringfügig verstärkt bei. Es konnte die Hypothese bestätigt werden, dass die Umweltbelastungen als Kontextvariablen einen schwachen, direkten negativen Einfluss auf die Armutssegregation haben und damit einen Einfluss auf die räumliche Verbreitung des ökonomischen Kapitals nehmen. Die Untersuchung verdeutlicht, dass Umweltfaktoren ein eigenständiges Risiko für die Verschärfung von Armutssegregation darstellen, aber gleichzeitig nicht pauschal, sondern stadtspezifisch analysiert werden müssen. Besonders in benachteiligten Quartieren sollten Maßnahmen zur Reduzierung von Hitze, Lärm und Luftschadstoffen prioritär umgesetzt werden. Für Bochum ergibt sich daraus der Bedarf einer besonders gesundheitssensiblen Stadtentwicklung entlang der zentralen West-Ost-Achse.

Date: 2025
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DOI: 10.48506/opus-8936

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Page updated 2025-12-17
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