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Kontestation und Normdynamik im Globalen Klimaregime: Der Fall der "Common But Differentiated Responsibilities and Respective Capabilities" (CBDR-RC), vol 37

Juliane Schell

in Wuppertaler Studienarbeiten zur nachhaltigen Entwicklung from Wuppertal Institute for Climate, Environment and Energy

Abstract: Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel einer zentralen Norm im globalen Klimaregime, der "Common But Differentiated Responsibilities and Respective Capa- bilities" (CBDR-RC). Im Fokus steht die Frage, wie Akteur*innen durch Kontestation die Bedeutung dieser Norm im Übergang vom Kyoto-Protokoll zum Paris Abkommen verändert haben und welche Formen von Kontestation dabei zu beobachten sind. Theoretisch ist die Untersuchung in der sozialkonstruktivistischen Normenforschung verortet und begreift Normen nicht als statische Gegebenheiten, sondern als prozesshafte, durch soziale Praktiken geformte Strukturen. Methodisch wird eine Prozessanalyse durchgeführt, welche die Normdynamik entlang einer vierstufigen Kausalkette - von den strukturellen Gründen der Kontestation über den Normkonflikt und die Deliberation bis hin zum Normwandel - nachzeichnet. Die Analyse konzentriert sich da- bei auf die Agency zentraler Akteursgruppen: die USA, die VR China, die Alliance of Small Island States (AOSIS) und die Like-Minded Developing Countries (LMDC). Die Ergebnisse zeigen, dass die CBDR-RC einem hohen Anpassungsdruck unterlag, der insbesondere durch die veränderten Emissionsprofile der Schwellenländer bedingt war. Durch proaktive Kontestation (USA) und die Verteidigung des bestehenden Normclusters (China, LMDC) entwickelte sich die Norm von einer rigiden, dichotomen Differenzierung hin zu einer subtilen Ausdifferenzierung, die im Paris Abkom- men durch den Zusatz "in the light of different national circumstances" ergänzt wurde. Während die Norm dadurch an Präzision einbüßte, ermöglichte diese funktionale Vagheit erst den konsensfähigen Kompromiss der Staatengemeinschaft. Abschließend wird das Modell von Deitelhoff und Zimmermann (2019) zur Messung von Normrobustheit kritisch auf den Fall angewandt. Es wird dargelegt, dass das Modell bei vagen und dynamischen Normen an seine Grenzen stößt und dass die CBDR- RC weniger als "robust", sondern vielmehr als "resilient" zu charakterisieren ist, eine Eigenschaft, die die Widerstandsfähigkeit der Norm angesichts von Kontestation beschreibt.

Date: 2026
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DOI: 10.48506/opus-9080

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Page updated 2026-08-28
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