Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland: Empfehlungen von Raumplanung und Raumentwicklung
Gesa Geißler,
Peter Hocke-Bergler,
Sarina Hüben,
Katharina Kapitza,
Ryan Kelly,
Bernhard Müller,
Sebastian Ristau,
Nadine Schmidt,
Martin Steinebrunner,
Mathias Steinhoff,
Anne-Dore Uthe and
Oliver Weidlich
No 166, Positionspapier aus der ARL from ARL – Akademie für Raumentwicklung in der Leibniz-Gemeinschaft
Abstract:
Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle zählt zu den langfristig bedeutendsten Infrastruktur- und Governanceaufgaben in Deutschland. Obwohl die Standortauswahl vorrangig durch Sicherheitsanforderungen und geowissenschaftliche Kriterien bestimmt wird, berührt sie zugleich grundlegende Fragen der räumlichen Entwicklung, der regionalen Zukunftsperspektiven, der Beteiligung betroffener Regionen sowie der gesellschaftlichen Legitimation des Verfahrens. Für Raumplanung und Raumentwicklung besteht die Herausforderung, sich aktiv und frühzeitig in den Prozess einzubringen. Das Positionspapier formuliert sechs Empfehlungen. Es plädiert dafür, die Standortsuche durch Maßnahmen der Regionalentwicklung und regionalen Innovation zu flankieren, die planungswissenschaftlichen Abwägungskriterien des Standortauswahlverfahrens zu überprüfen, Regionsabgrenzungen transparent und zweckbezogen zu gestalten sowie sozioökonomische Potenzialanalysen eng mit regionalen Entwicklungskonzepten zu verknüpfen. Darüber hinaus wird empfohlen, raumwissenschaftliche Expertise stärker in Umweltprüfungen und Fragen der Prüfung der Raumverträglichkeit einzubeziehen und die langfristigen räumlichen sowie gesellschaftlichen Auswirkungen der Standortauswahl durch kontinuierliche Analysen und ein begleitendes Monitoring zu erfassen. Das Papier kommt zu dem Ergebnis, dass Raumplanung und Raumentwicklung wesentliche Beiträge zur Qualität, Transparenz und Zukunftsorientierung des Standortauswahlverfahrens leisten können. Sie sollten deshalb ihre wissenschaftliche und praktische Expertise stärker in die Endlagersuche einbringen, die öffentliche Debatte aktiv mitgestalten und sich als langfristige Partner einer nachhaltigen nuklearen Entsorgung etablieren.
Keywords: Standortauswahlgesetz; Endlager für hochradioaktiven Abfall; Narrative der Endlagerung; Regionalentwicklung; Planungswissenschaftliche Abwägungskriterien; Sozioökonomische Potenzialanalysen; Regionsabgrenzungen; Umweltverträglichkeitsprüfungen; Monitoring; Site Selection Act; repository for high-level radioactive waste; narratives on final disposal; regional development; planning criteria; socio-economic potential analyses; regional boundaries; environmental impact assessments (search for similar items in EconPapers)
Date: 2026
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DOI: 10.60683/mazw-9095
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