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US-Zölle: Wie stark leiden die deutschen Branchenexporte? Eine empirische Bestandsaufnahme

Samina Sultan

No 67/2025, IW-Reports from Institut der deutschen Wirtschaft (IW) / German Economic Institute

Abstract: Die engen transatlantischen Handelsbeziehungen geraten durch die Zollpolitik von US-Präsident Trump stark unter Druck. Das spiegelt sich schon in der Exportentwicklung der deutschen Branchen der ersten drei Quartale 2025 wider. Im Durchschnitt über alle Branchen hinweg sind die deutschen Exporte in die USA in diesem Zeitraum um 7,8 Prozent gesunken, während sie im Mittel des Vergleichszeitraums der Jahre 2016 bis 2024 noch um durchschnittlich fast 5 Prozent gestiegen sind. Besondersstark leiden die deutschen US-Exporte von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, Maschinen und auch von chemischen Erzeugnissen, die zusammen für mehr als zwei Fünftel der deutschen US-Exporte stehen. In Summe ziehen allein diese drei Branchen die USAusfuhr Deutschlands um über 5,2 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich nach unten. Das sind mehr als zwei Drittel des Gesamtrückgangs bei den deutschen Exporten in die USA. Die vergleichsweise starke Zollbelastung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen bis zur Zolleinigung zwischen der EU und der USA im August 2025 dürfte wesentlich dazu beigetragen haben, dass die deutschen Kfz-Ausfuhren in die USA mit minus 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum besonders stark zurückgegangen sind. Auch die deutschen Maschinenausfuhren in die USA unterliegen teils einem deutlich höheren Zollsatz von 50 Prozent, der für Stahl und Aluminium sowie Produkte daraus greift. Demgemäß sind die deutschen Maschinenexporte in die USA in den ersten drei Quartalen 2025 um 9,5 Prozent gesunken. Bei Metallen erklären stärkere Vorzieheffekte im ersten Quartal den Zuwachs an Exporten, während in den nachfolgenden Quartalen auch hier die Ausfuhren zurückgehen. Bei pharmazeutischen und ähnlichen Erzeugnissen spielen Vorzieheffekte und mögliche Umlenkungseffekte ebenso eine Rolle zur Erklärung des Exportwachstums wie auch die Tatsache, dass diese länger als andere Waren von US-Importzöllen verschont blieben (und zum Teil auch jetzt noch von Zöllen ausgenommen sind). In wichtigen Branchen sind die deutschen US-Exporte somit auf das Niveau von 2022 oder gar Anfang 2019 zurückgeworfen. Hätte es aber nach der Coronapandemie nicht einen deutlichen Aufschwung bei den deutschen US-Exporten bis zur Wahl Donald Trumps im Herbst 2024 gegeben, wäre der Einbruch noch deutlich schmerzhafter. Da die US-Importzölle vorerst nicht auf das vorherige Niveau sinken dürften, kann die Entwicklung im dritten Quartal 2025 möglicherweise als eine Annäherung an das "neue Normal" bei den deutschen US-Exporten betrachtet werden. Das trifft das ohnehin unter Druck geratene deutsche Exportmodell hart. Das lässt sich etwa an der Tatsache festmachen, dass die Entwicklung bei den deutschen Ausfuhren in die USA die Entwicklung bei den weltweiten Exporten Deutschlands um 0,81 Prozentpunkte gedrückt hat, während sie noch im vergangenen Jahr einen positiven Wachstumsbeitrag geleistet haben. Die Entwicklung der deutschen US-Exporte hat bei einigen Branchen einen erheblichen Einfluss auf die weltweiten Branchenexporte Deutschlands. Bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen etwa ist die negative Entwicklung bei den deutschen US-Exporten für annähernd die Hälfte des weltweiten Exportrückgangs verantwortlich. Auch bei den deutschen Maschinenausfuhren sind die Einbußen in den USA ein wichtiger Faktor für den gesamten Rückgang von 3,3 Prozent. In etwas geringerem Maß gilt das auch für chemische Erzeugnisse.

Keywords: Zollpolitik; Amerikanisch; Export; Exportwirtschaft; Kfz-Industrie; Maschinenbau; Chemieindustrie; Deutschland (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: F02 F10 F15 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2025
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