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Die Psychologie irrationaler Wirtschaftspolitik am Beispiel des Reformstaus

Friedrich Heinemann

No 00-12, ZEW Discussion Papers from ZEW - Leibniz Centre for European Economic Research

Abstract: Psychologische Studien belegen vielfältige Abweichungen menschlicher Denk- und Verhaltensweisen von den üblichen Rationalitätsannahmen ökonomischer Modelle. Die traditionelle Ökonomie begegnet diesen Hinweisen begrenzter Rationalität mit Zurückhaltung, auch wenn derartige Ansätze inzwischen auf einzelnen Gebieten, wie etwa der Finanzmarktanalyse im Rahmen der Behavioural Finance Akzeptanz gewinnen. Um so mehr erstaunt es, dass psychologische Einsichten noch kaum Eingang in die Analyse der Wirtschaftspolitik gefunden haben, wo ja nicht einmal das Korrektiv der Märkte zur Rationalität zwingt. Der Wähler hat kaum Anreize zu einer rationalen Beurteilung wirtschaftspolitischer Programme, da seine individuelle Wahlentscheidung praktisch keinen Einfluss auf die Qualität der Wirtschaftspolitik hat. In der politökonomischen Analyse hat dies Kalkül unter dem Terminus der ?rationalen Ignoranz? einen festen Platz. Mit der gleichen Begründung, mit der ein geringer Informationsstand des Wählers für rational erklärt wird, kann nun aber auch die ?rationale Irrationalität? begründet werden: Kein Wähler wird individuell dafür bestraft, wenn er die Beurteilung wirtschaftspolitischer Optionen auf Basis angeborener Instinkte und nicht auf der Grundlage eines Rationalitätskalküls vornimmt. Wenn derartige Irrationalitäten schon eine hilfreiche Rolle zur Erklärung von Verhaltensweisen unter Marktbedingungen etwa im Rahmen der Behavioural Finance spielen, dann ist auch ein Erkenntnisbeitrag bei der Analyse wirtschaftspolitischer Verhaltensweisen zu erwarten.

Keywords: Reformstau; Irrationalität; Verlust-Aversion; Besitzeffekt; Status quo Präferenz (search for similar items in EconPapers)
JEL-codes: A12 D78 (search for similar items in EconPapers)
Date: 2000
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Page updated 2025-03-22
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